Freitag, 19. Dezember 2014

Nach dem Geburtstagskleid folgt jetzt das Weihnachtskleid - Burda 105-102014-DL

In der Oktober-Burda war ein super-einfacher Schnitt drin, der sich zur Verarbeitung eines schönen Stoffes vom letzten Stoffmarkt in Leverkusen anbot. Der Stoff ist ein Romanit, beflockt in einem etwas barocken "Tapetenmuster".

Hier das Ergebnis:


Der Schnitt ist ohne große Formgebung, Abnäher kommen nicht vor. Das führt dazu, dass das ganze im Taillenbereich mehr oder weniger Falten wirft. Vorne stört das aber nicht weiter, da der Wasserfallausschnitt ohnehin Faltenwurf verursacht. Hinten find ich es ein kleines bisschen stöender, allerdings wird es außer anderen Hobbyschneidern kaum jemandem auffallen. Ich werde das gute Stück mal morgen zur Weihnachtsfeier ausführen. Falls wider Erwarten doch etwas von dem Faltenwurf im Taillenbereich stört oder Anstoß erregt, kann ich immer noch nachträglich den einen oder anderen Querabnäher reinsetzen. Ansonsten gefällt mir die Paarung von diesem Stoff mit diesem Schnittmuster ganz gut. Je mehr Muster desto weniger Abnäher ist eigentlich eine ganz gute Faustformel. Und der Stoff ist wirklich sehr schön, für einen nicht ganz so kalten Winter nahezu wie gemacht.

Dienstag, 18. November 2014

Noch ein Geburtstagskleid! Burda 122-092014-DL

Diesmal ist es aber mein eigener Geburtstag, zu dem ich mich mit einem Kleid beglücke!

Der Schnitt ist  Burda 122-092014-DL und erstaunlicherweise passt er mir fast out of the box in Gr. 42, lediglich eine leichte FBA habe ich eingefügt. Dies habe ich eingedenk der Schnittführung aber der Einfachheit halber mit Hilfe eines Probemodells gemacht. Und natürlich gab es die üblichen Zugaben in der Länge über der Brustlinie, zwischen Brust und Taille, im Hüftbereich und im Oberschenkelbereich. Aber die kann ich ja in der Zwischenzeit aus dem Handgelenk schütteln.
Den Kleidersaum habe ich auch noch ein wenig tiefer gelegt, ich mal es eher kniebedeckend.  Den Volant vorne habe ich beibehalten, obwohl ich zuerst überlegt hatte, ihn wegzulassen. Eine Entscheidung, mit der ich sehr zufrieden bin, da ich gerne mag, wie der beim Gehen schwingt. Auch die hinten länger als vorne-Linie ist dabei geblieben, die würde ich aber beim nächsten Mal vielleicht vorne und hinten gleichlang wählen (ich bin nur gerade zu faul, das noch zu ändern, und es fällt nicht so sehr auf, dass es mich stören würde).

Also wie immer nix geändert außer hundert Sachen ... Aber der Charakter des Burdamodells ist ziemlich original erhalten geblieben, mit Gürtel oder ohne.


Ursprünglich hatte ich überlegt, das Kleid mit Ärmeln zu arbeiten, aber da ich ja die nette pinkfarbene Strickjacke habe, die ich wunderbar darüber anziehen kann, habe ich die Idee nicht weiter verfolgt. Im Zweifelsfall kann ich auch noch ein Langarmshirt drunter anziehen.



Ich sollte wirklich öfter Kleider anziehen.

Dienstag, 4. November 2014

Soooooo flauschig!

Endlich habe ich mal wieder die Strickmaschine vom Schrank geholt. Das Ergebnis ist eine superflauschige kleine Kaschmir-Cardigan in einer knalligen Farbe, die sich herrlich zu grau oder zu Jeans kombinieren lässt.



Ein ziemlich guter Teil an dieser Jacke ist die Tatsache, dass dieser flauschige Traum außer Arbeitszeit nichts gekostet hat. Das Garn war ein Geschenk einer lieben Strickfreundin, der ich im Gegenzug das Doppelbett ihrer Strickmaschine gerichtet und das Verbindungskabel für DesignaKnit eingerichtet habe. Die Knöpfe stammen aus einer mehrere-kg-Knöpfe-Großbestellung einer anderen lieben Strickfreundin, die sie uns zum fleddern zum Stricktreffen mitgebracht hatte. Schon praktisch, wenn man so seine Standardfarben hat, bei denen man bedenkenlos zugreifen kann.

Das Garn stammt ursprünglich aus China und kann über ebay bestellt werden. Es hat eine irre Lauflänge und strickt sich sehr ergiebig, für die Jacke haben mir 300g dicke gereicht, ca. Gr. 42-44 mit extra langen Ärmeln. Ich habe es auf der KH940 mit MW 3.2 verarbeitet, es ergab eine Maschenprobe von 11,2cm auf 40 Maschen und 10,5cm auf 60 Reihen. Reine Strickzeit waren 1 Abend für Rücken und Vorderteile, 1 Abend für die Ärmel und 1 Abend für die Blenden. Es ist immer ein wenig unproportional, dass dieser winzige Teil derart lange dauert, aber ich befestige die Blenden italienisch und stricke die Knopflöcher ein, das ist beides sehr zeitaufwendig, zumal die Jacke 10 Knopflöcher hat. Das ordentliche Aussehen entschädigt einen aber reichlich für das Gefummel, wie ich finde. Nach dem Stricken kommt noch ein wenig Zeitaufwand für das Waschen und Spannen der Teile hinzu, und noch mal ein Stündchen oder so, das ich brauche, um die Jacke auf dem Rundkettler zusammenzufügen. Wenn man das auf die Stundenzahl und meinen Stundensatz in der Firma umrechnet, dann ist die Jacke wahrscheinlich immer noch teurer als das meiste, was man in der Art irgendwo kaufen kann. Allerdings muss man da ja noch den Spaß abziehen, den mir das Stricken gemacht hat ... ;)

Dienstag, 21. Oktober 2014

Eine Jacke im Racing-Stil - Burda 128-022014-DL

Kleine Handarbeitspause gehabt ... Aber wenigstens viel in der Welt herum gekommen in der Zwischenzeit.

Eine Herbstjacke musste jetzt trotzdem her. Burda 128-022014-DL hatte ich schon im Februar-Heft gesehen, dank der eher lieblosen Präsentation und der Kombination mir dieser echt unsäglichen sackartigen Hose war diese Jacke jedoch nicht wirklich auf meinem Radar gelandet.

Nun hatte ich aber in Wien dieses Frühjahr einen schönen Nylonstoff gekauft, der zu einer halbwegs wasserabweisenden Jacke werden sollte, die gut zum Herbst passen würde. Und im letzten Urlaub auf dem Flughafen eine irrsinnig teure Jacke im Racing-Stil anprobiert, die förmlich danach schrie, dass ich irgendwas in der Richtung für mich machen müsste.  Eine Sichtung der hiesigen Schnitte hat dann den oben genannten zu Tage gefördert. Wenn man nur die Schemazeichnung betrachtet, dann gewinnt der Schnitt schnell an Charme. Außerdem war er in einer Langgröße angelegt, was mir einiges an Änderungen erspart.

Also nicht lang gezögert - der Schnitt sollte es sein, ich habe ihn im ersten Anlauf nur nach unten hin verlängert, da ich so ganz taillenkurze Jacken nicht besonders mag, außerdem fand ich die aufgesetzten Taschen nicht unbedingt attraktiv, daher hatte ich Reißverschlusstaschen in die Planung aufgenommen. Da ich nur wenig Erfahrung mit den Langgrößen-Schnitten von Burda habe, war erst mal ein Probemodell aus Ikea-Ditte-Stoff fällig. Das ergab, dass die Jacke in den Schultern und der vorderen Brustbreite zu eng war. Dann nochmal eben die Schulterpassen ein wenig angepasst, die Vorder- und Rückenteile angeglichen, die Ärmel noch ein gutes Stück verlängert - und dann gezögert. Der Nylonstoff alleine ist zwar schon superschön, aber der Schnitt schreit doch irgendwie nach Kontrasten ... kurz überlegt, die Kunstlederreste von der Hose vom Februar aus der Versenkung geholt, ein kurzes Stoßgebet zum höheren Wesen für Schneiderei geäußert - und zugeschnitten.

Wie es sich für eine Jacke im Biker- oder Racing-Stil gehört, mussten die Schulterpartien natürlich abgesteppt werden. Was ich auch unter einigem Bibbern erledigt habe. Stretchiges Kunstleder ist da unter Umständen ein wenig ungnädig, hätte ich es versaut, hätte ich verloren gehabt, da der Kunstlederrest bis auf ein paar Minischnipsel weg war. Aber hat glücklicherweise gut geklappt, Obertransport sei Dank.

Nun denn, genug geschwafelt, hier ist das Ergebnis meiner Mühen:




Wenn ich die Jacke nochmal machen würde, würde ich vielleicht minimal Weite am unteren Saum wegnehmen und die Ärmel noch einen Zentimeter länger machen, aber alles in allem kann die sich schon sehen lassen. Meine Kolleginnen waren jedenfalls alle ganz angetan davon. Und ein besonders denkwürdiges Kompliment habe ich auch schon bekommen: "Mit der Jacke könntest Du im Film eine Serienkillerin darstellen!" Na dann ... *gg*

Sonntag, 31. August 2014

Eine etwas andere Handtasche

Bloß weil die Frau erst drei Jahre alt ist, heißt das ja noch lange nicht, dass sie keine Handtasche bräuchte ...


Die  (wirklich ultrakitschige) Stickdatei ist gekauft. Was soll man machen, wenn Madame so auf Filly steht, da kann man einfach keine Kompromisse eingehen. 

Da sie und ich die gleichen Farbvorlieben teilen (was sagt das eigentlich jetzt über mich, dass ich den gleichen Geschmack wie eine Dreijährige habe???), war es nicht schwer, den passenden Stoff für die Tasche aus meinem Fundus zu ziehen. Tatsächlich handelt es sich dabei um einen Teil meiner alten Schlafzimmervorhänge und einen Rest meiner neuen Schlafzimmervorhänge. Zusammen mit ein wenig Volumenvlies und etwas Stickvlies gab das ganze eine niedliche Tasche für ein Kindergartenkind ab.

Montag, 11. August 2014

Geburtstagskleid - Burda 7077-V

Nein, nicht mein Geburtstag. Der von meinem Chef. Gestern. Neues Kleid ist gut angekommen und war auch sehr bequem.


Der Stoff, ein einfacher Baumwollpopeline, und die Spitze lagen schon vom Stoffmarkt im Frühjahr hier herum, eigentlich war ein anderes Kleid daraus geplant. Ich bin dann aber doch auf ein einfaches Shiftkleid umgeschwenkt, das geht ja immer und ist eigentlich auch immer kleidsam.

Der Schnitt ist Burda 7077-V, ich habe allerdings die Ärmel von der Jacke einfach ans Kleid montiert. Und ich habe das Kleid gefüttert, weil Popeline sonst gerne mal hochkrabbelt.

Der untere Ärmelabschluss hat mich ein wenig beschäftigt. Die ungesäumte Optik der Ärmel gefiel mir ganz gut, so dass ich sie nicht umnähen wollte, da ich befürchtete, dass das komisch aussehen würde. Ich habe mich dann dazu entschlossen, einen Rollsaum mit der Overlock dranzumachen. Was allerdings eine echte sportliche Herausforderung war, da die Spitze ganz grässlich dehnbar ist und gerne der Naht ausweichen mochte. Meine Lösung bestand darin, dass ich den Füßchendruck um zwei ganze Umdrehungen vermindert habe (Babylock hat leider keine Skala am Regler für den Füßchendruck) und ich das Differential zwei Positionen in Richtung "einhalten" geschoben habe. Das hat mich allerdings so zwei-drei Probenähte gekostet, bevor ich mich an die Ärmel selber getraut habe. Ist aber glücklicherweise gut gegangen.

Insgesamt ist das ein Kleid für alle Gelegenheiten. Durch die Spitze chic genug, um es zu Anlässen zu tragen, durch das Popeline schlicht genug, um es auch Alltags anzuziehen. Ich habe noch ein Paar graue Pumps im Auge, die auch gut dazu passen dürften, dann hole ich mir auch noch einen grauen Gürtel dazu.

Mittwoch, 23. Juli 2014

Die Tasche Mondfisch

Diesen Sommer hat mich die Nählust etwas verlassen, ein Stück habe ich trotzdem noch fertig gemacht, und zwar die Handtasche "Mondfisch". Die heißt natürlich so, weil sie so aussieht wie einer, etwas bauchig rund, mit einer großen Flosse, äh, Henkel.


Die Tasche ist ganz einfach gemacht, eine detaillierte Anleitung dazu habe ich auf www.hobbyschneiderin24.net veröffentlicht. Dort liegt auch das Schnittmuster dafür, falls jemand Lust hat, die Tasche nachzumachen. Ein gewerbliches Nacharbeiten bedarf der Genehmigung durch mich. Kopieren und weitergeben der Anleitung ist untersagt.Für den privaten Gebrauch darf die Anleitung ohne vorherige Nachfrage zum Nacharbeiten der Tasche genutzt werden.

Mittwoch, 11. Juni 2014

Kittelschürze Modell Streublümchenmassaker - Burda 120-042014-DL

 Keine Sorge, es ist nicht wirklich eine Kittelschürze. Es liess sich nur irgendwie nicht schön fotografieren ...


Es handelt sich hier bei wie schon im Titel erwähnt um das Modell Nr. 120 aus der April Burda 2014. Der Schnitt ist auch noch in Abwandlungen im Heft vorhanden, und zwar als Bluse mit längeren Ärmeln und als Maxi-Kleid mit Neckholder. Ich habe mich allerdings (offensichtlich) für die mittlere Länge ohne Ärmel -a aber mit Schultern - entschieden. Da das Kleid in Langgröße im Heft war, habe ich mich entschieden, das mal "einfach so" zu nähen, ohne größere Änderungen durchzuführen. Das ist ein ganz guter Weg ist zu entscheiden, was man beim nächsten Mal vielleicht anders machen möchte, ich habe nämlich tatsächlich (ich kann es selber kaum glauben!) noch keine Erfahrung mit Burda-Langgrößen-Schnitten. Nur am Rock habe ich von vornherein 7 cm Länge zugegeben. Diese Methode der Schnitt-Evaluierung sollte man natürlich nur anwenden, wenn man halbwegs sicher ist, dass das ganze wenigstens genauso halbwegs passen wird. Da die Langgrößen sich wirklich nur in den Längen und nicht in den Umfangmaßen von den Normalgrößen unterscheiden, konnte ich das aber schon einigermaßen einschätzen, dass das wohl hinhaut.

Mein Fazit: Auch bei Langgrößen schadet es nicht, wenn ich noch gut 2 cm in der Taillenlänge zugebe, ich habe bei dem Kleid hier schon 1 cm aus der Nahtzugabe rausgeholt, ein weiterer wäre aber noch besser, die Taille ist zwar vom Modell her als Empire-Taille konzipiert, könnte meiner Meinung nach noch einen kleinen Tick weiter runter. Die Saumlänge konnte die paar cm mehr offensichtlich auch ganz gut vertragen, allerdings habe ich den Rockteil etwas länger gemacht als im Modell vorgesehen.

Das Kleid trägt sich glücklicherweise nicht so bieder, wie es auf dem Bild aussieht, sondern ist ein sehr schönes lässiges Kleid für heiße Tage, in dem ich mich sehr wohl fühle. Da meine Kollegen mich auch nicht gefragt haben, ob ich die neue Putzfrau bin, sieht es wohl in Natura auch nicht wie eine Kittelschürze aus. 

Der Stoff war noch ein Restbestand vom letzten Jahr, ursprünglich war er für die entgültige Version vom Bürzelschoner vorgesehen,, aber den werde ich dieses Jahr doch nicht noch einmal nähen. Aber in diesem Kleid ist der Stoff ja auch gut aufgehoben. Leider schluckt das Muster ein wenig die Details. Vielleicht mache ich das noch mal in Uni, hier liegt noch ein netter hellblauer Stoff für ein Sommerkleid ...

Freitag, 23. Mai 2014

Schnittänderung "Meine Nähmode" 03/2014 Modell 54-56

In der Zeitschrift meine Nähmode 03/2014 war ein Bild von einem Shirt drin, das bei hobbyschneiderin24 so einigen gefiel, leider war das Schnittmuster nicht im Heft.
Was allerdings drin war, war ein ähnlicher Schnitt, den ich mal so abgewandelt habe, dass das Ergebnis dem fehlenden Shirt wenigstens ähnelt.

Dieses Shirt hier war drin:

http://frieda-freude-eierkuchen.blogspot.de/2014/05/meine-nahmode-032014-modell-54.html

Das  besagte Bild im Heft zeigte aber ein Shirt, bei dem der Ausschnitt in der Mitte nur ein Schlitz war und nicht V-förmig.

Um das den bestehenden Schnitt in etwas ähnliches umzuarbeiten, habe ich erst mal die Nahtlinien in den Schnittteilen eingezeichnet, eingelegten Falten im Vorderteilschnitt mit Tesa fixiert und die Teile so zusammengelegt, wie sie zusammengehören:


Man sieht deutlich, dass in der Mitte zu wenig da ist, um nur einen Schlitz zu bilden. Daher wird erst mal ein Stück Folie hinter den Vorderteilschnitt geklebt und dort das fehlende Stück eingezeichnet in Verlängerung der vorderen Mitte:



In der vorderen Mitte wird dann später der Schlitz gearbeitet, so lang, wie der ursrprüngliche V-Ausschnitt tief war.

Wenn man jetzt den ursprünglichen Beleg auflegt, sieht man, dass der natürlich nicht mehr passt:



Daher kopiert man sich einfach die jetzige Form auf ein Stück Folie, hier sieht man den alten und den neuen Beleg im Vergleich und auch das inzwischen wieder aufgeklappte Vorderteil:



Jetzt muß man sich noch die Ausschnittblende vornehmen, hierzu wird sie erst mal so angelegt, wie sie an das Vorderteil gehört:




Es ist in diesem Fall das Schnittteil für die Außenseite, der Bequemlichkeit halber, weil dieses Teil größer ist und man darauf den neuen Verlauf einfach einzeichnen kann.
Der neue Verlauf soll jetzt bis an der unteren Blendenkante so eingezeichnet werden, dass die Kante dem Ausschnitt folgt. Kurz vor der "Querstrebe" macht man das Passzeichen, das markiert, bis wohin die untere Kante verstürzt wird. Der Verlauf der unteren Blendenkante wir einfach in einem halbwegs gefälligen Bogen bis zur vorderen Mitte weitergeführt.
Zur besseren Illustration hier mal ein Bild der bereits fertig genähten und gewendeten Blendenteil:



Die Zacken an der Unterkante sind da, wo das Passzeichen gemacht wurde, kurz vor den "Querstreben".
Ich habe die Blende hier aus einem identischen Innen- und Außenteil gefertigt, da sie im mittleren Bereich hauptsächlich vom Vorderteil verdeckt ist, habe ich die Raffung, die im Original enthalten ist, einfach wegfallen lassen.

Genäht wird das ganze Shir analog zu der Anleitung zu den Modellen 54-56.

Das Ergebnis sieht dann wie folgt aus:




Das ist zwar nicht genau das, was auf dem Bild vom "fehlenden" Shirt zu sehen ist, mir war es in diesem Fall aber ähnlich genug. Die Ausschnittblende wäre in dem fehlenden Modell kein extra Teil gewesen, aber dazu hätte ich den Schnitt komplett neu machen müssen und nicht einfach nur auf dem vorhandenen aufbauen können.

Vielleicht gibt diese kurze Darstellung meine Vorgehens ja der einen oder dem anderen eine Anregung, wie man so ein Schnittmuster nach eigenen Wünschen und Bedürfnissen umwurschteln kann.

Freitag, 16. Mai 2014

Burda 109-022013-DL - asymetrisches Shirt

Man kann im Urlaub ja soo schön vor sich hinnähen ...

Aus den Trigema-Putzlappen ist dann gleich nochmal ein weiteres Shirt geworden, in diesem Falle Burda 109-022013-DL, ein asymetrisches Top.

Ehrlich gesagt war ich wirklich froh, dass dieser Schnitt im Angebot gewesen ist. So richtig durchdacht ist das Teil nicht.



Dieses geraffte Geraffel über der Schulter muß man sich wirklich erst hinzuppeln, ehe das halbwegs sitzt. Ich habe am hinteren Halsausschnitt noch ein ganzes Stück wegnehmen müssen, und dann habe ich über der rechten Schulter noch einen Abnäher reingemacht, und außerdem eine entstehende Falte gnadenlos plattgesteppt. Danach saß das dann halbwegs. Dass ich hinten zuviel Länge drin habe und das daher Querfalten wirft, war mir dann letztendlich egal. Naja, sitzt auch nicht schlechter, als was man so kaufen kann, ich werde es also auf jeden Fall anziehen. Im Endeffekt sehen Nicht-Hobbyschneider sowieso nicht, was mich daran stört. Und der Stoff ist ohnehin super, das ist der elastische Feinripp von Trigema, den ich so liebe. Sollte ich das Teil nochmal machen, weiß ich ja, auf was ich achten müsste. Aber ich glaube, das passiert eher nicht.


Donnerstag, 15. Mai 2014

Der Dreambird

Mein letztes Mitnahmeprojekt ist auch fertig geworden. Ich habe den "Dreambird" von Nadita gestrickt.



Das farbige Garn ist Lang Yarns Mille Colori Socks & Lace, das einfarbige ist Regia Sockengarn. Das  farbige Garn war eigentlich ein Fehlkauf, es war in Natura wesentlich (kreisch-)bunter als ich das laut dem Bild,  nach dem ich bestellt habe erwartet hätte. Zusammen mit der dunklen Regia sieht es aber ganz gut aus. 
Ich habe das Tuch einfach weitergestrickt, bis das bunte Garn alle war, es stecken da also 100g farbiges und etwas mehr als 100g anthrazitfarbenes Garn drin. Es sind insgesamt 19 Farbfelder geworden, gestrickt habe ich mit Nadelstärke 3.5, für ein Tuch kann es ja gerne etwas lockerer sein als für Socken. 
Die Anleitung ist sehr ausführlich. Auch wenn man noch keine Erfahrung mit  verkürzten Reihen und dem Swingstricken hat, kann man das Projekt wahrscheinlich nacharbeiten.
Von dem bunten Garn ist noch ein Knäuel da - mal sehen, was daraus wird - es gibt da noch ein schönes Tuch, das in dieser Farbstellung wahrscheinlich ganz nett aussehen würde ...

"Meine Nähmode" 03/2014, Modell 54

Der erika-farbige Stoff aus der Sammelbestellung von Trigema war einfach zu schön, um ihn nach dem Vorwaschen erst im Schrank verschwinden zu lassen. Da traf es sich gut, dass die neue "Meine Nähmode" ein interessantes Shirt beinhaltete, für das der Stoff gerade reichen würde, das Modell 55, das bei Simplicity im Schnitt Nr. 1613 als Ansicht A enthalten ist.

Hier nun meine Version davon:


Ich habe den Schnitt in Gr. 44/46 genommen, nur in der Taille habe ich eine Größe kleiner gewählt. Außerdem habe ich über und unter der Taillenlinie 2 cm eingefügt, außerdem noch die Ärmel 3 cm verlängert. Den Rest habe ich gelassen wie er kam. Ich habe allerdings nicht das komplette Leib-Oberteil gedoppelt sondern einen 6 cm breiten Besatz am Ausschnitt
gearbeitet.
Mein Fazit zu dem Schnitt: Der ist ja mal so richtig toll! Die Ausschnittlösung finde ich super. Und es ist auch alles sehr sauber konstruiert. Entgegen meiner und auch der anderer Hobbyschneiderinnen Befürchtung ziehen die "Querstreben" überhaupt nicht an dem halbrunden Teil oben am Ausschnitt. Das liegt alles ganz glatt und zugfrei.
Man muss allerdings beim Lesen der Anleitung Sorgfalt walten lassen. Bei den Simplicity-Schnitten sind ja standardmäßig 1,5cm Nahtzugabe enthalten, in diesem Fall ist allerdings im Ausschnittbereich nur 1cm dran, darauf muß man beim Nähen natürlich achten, sonst geht das in die Hose.
Ich würde sagen, dass es das schönste "Knotenshirt" ist, das ich bisher gemacht habe und kann den Schnitt wirklich empfehlen.
Vielleicht mache ich das noch in kurzärmelig oder ganz ohne Ärmel, für beides ist in dem Heft die Schnittoption auch enthalten. Und es lässt sich auch ganz flott nähen, und Jersey ist hier ja jetzt genügend auf Halde.

Ist ja wie Weihnachten!

Bei einer Trigema-Sammelbestellung im Hobbyschneiderinnen Forum habe ich 4 kg mitbestellt. Das angekommene Paket hat mich nahezu in Entzücken versetzt:


Eine sehr brauchbare Auswahl (ganz links ist hellgrau und nicht weiß)! Sogar meine absolute Lieblingsfarbe (ganz rechts) ist dabei! Und noch zweimal elastischer Feinripp in Farben, von denen ich auch schon bei Trigema selber T-Shirts gekauft habe. 
Daraus lässt sich auf jeden Fall etwas machen!

Donnerstag, 24. April 2014

Burda 105-042014-DL respektive 106-042014-DL

Eigentich hatte ich nur die Bluse geplant, aber wie immer war Burda so großzügig mit den Stoffverbrauchsangaben, dass ich einfach das Kleid draus gemacht habe. Sollte ich feststellen, dass ich das als Kleid nicht trage kann ich immer noch die Bluse draus machen ... Es ist sowieso eher was für den Hochsommer, so dünn wie es ist.

Der Stoff war allerdings leider ein echter Alptraum, soooo flutschig! Und das Schnittmuster ist auch nicht ganz ohne Kritikpunkte.



Ich halte ja normalerweise große Stücke auf die Schnittmuster von Burda, die sind im allgemeinen sehr ausgereift und durchdacht konstruiert. Hier hätte ich allerdings den Schalkragen anders gemacht. So wie er ist, kann er nicht ordentlich flach liegen, der äußeren Kragenkante fehlt es dazu an Weite. Es ist ja nicht schlecht, wenn der Kragen hinten ein wenig aufsteht, aber dann liegt diese Schalkonstruktion vorne einfach nicht ordentlich. Zusammen mit dem dünnen flutschigen Stoff werde ich wahrscheinlich ziemlich damit beschäftig sein, dass ganze Konstrukt dauernd halbwegs glatt hinzuzuppeln. Vielleicht noch mal in einem weniger flutschigen Stoff, vielleicht ein feiner Batist, und mit korrigierter äußerer Kragenkante - der Schnitt ist nämlich sonst ganz peppig, wie die Kragenpartien so aus dem Vorderteil rauswachsen hat schon was. 


Montag, 21. April 2014

Burda 129-052014-DL

In der aktuellen Burda vom Mai 2014 war exakt ein einziges Schnittmuster drin, das mich verlockt hat. Ich habe mir dann den Heftkauf gespart und mein Geld lieber direkt in das  Downloadschnittmuster 129-052014-DL investiert:


Der Schnitt ist super easy zu machen. Der Knoten ist in diesem Falle wirklich ein Knoten, der in das Vorderteil gemacht wird. Unterhalb des Knotens ist eine Naht schräg bis zum Saum im Vorderteil.  Der Ausschnitt ist mal wieder burdamäßig üppig, ich habe die Öffnung unter dem Knoten nachträglich zugenäht, man muss ja nicht unbedingt bis zur Unterkante des BHs reingucken können. Die Ärmel sind ziemlich weit, die übliche Anpassung für meine kräftigen Oberarme konnte entfallen. Außerdem sind die Ärmel im Original auch noch sehr kurz, die habe ich erst mal kräftig verlängert, hier ist höchstwahrscheinlich auch für normalgroße Frauen eine Änderung fällig, wenn sie eine volle Armlänge möchten. Im Zweifelsfall einfach mal nachmessen. Abschliessend habe ich noch 2 cm oberhalb der Taille eingefügt, was meiner Länge geschuldet ist. Ich bin übrigens mit ein wenig Getüftel und probieren für das Shirt mit einem 1.5 m Coupon vom Stoffmarkt hingekommen, trotz der Verlängerung. Burda ist wie immer sehr üppig mit den Stoffverbrauchsangaben.
Insgesamt mag ich den Schnitt aber gerne, der Knoten ist eine witzige Idee. Ich befürchte nur, dass das Shirt ewig zum Trocknen brauchen wird nach der Wäsche. Mal abwarten ...

Mittwoch, 2. April 2014

*Das* Kleid - Burda 112-042014-DL

In der Burda vom April 2014 ist ein Kleid drin, bei dem die Schnittzeichnung gleich mein Auge gefangen hat: Modell 112! Als Modell 211 gibt es das auch noch als Shirt, es unterscheidet sich aber nur durch die Länge und die fehlenden Abnäher vom Kleid.

Das sah so schön bescheuert aus, dass wir jedesmal, wenn wir uns über dieses Modell unterhalten haben, beide Arme in unmöglichem Winkel weggestreckt haben, um die Schnittzeichnung "zu tanzen".

Ich habe mir ein Stück Trigema-"Putzlappen"-Jersey in einem unendlich öden Beige gegriffen, und mich Montagabend daran gemacht, das Kleid zu nähen. Dank des überaus einfachen Schnittmusters ist es auch gleich noch am selben Abend fertig geworden:


Siehe da, es ist ein Kleid! Und man kann es anziehen!Meinen Kollegen ist allerdings nur aufgefallen, *dass* ich ein Kleid trage. Die Besonderheiten des Schnittes sind an den Herren natürlich vorübergezogen. Ein Hinweis "Schau mal, die Nähte wo die Ärmel eingesetzt sind!" reichte aber, um ein kurzes Stirnrunzeln und Staunen hervorzurufen. Auf den ersten Blick sieht man nicht, dass etwas seltsam ist, auf den zweiten aber schon. 

Ein Gürtel dazu ist meiner Meinung nach eine Bereicherung, sonst sieht das sehr unstrukturiert aus. Ich habe die Schulter/Kragen-Naht entgegen der Anleitung mit einem Flatlock-Stich genäht, vorgesehen war  eine französische Naht, die aber in dem recht dicken Jersey viel zu wurstig geworden wäre. Versäubert habe ich den Kragensaum mit dem breiten Coverstich, wie auch die restlichen Säume. Der Rest ist mir dem 4-Faden-Stich meiner Overlock zusammengenäht.
Das Kleid trägt sich erstaunlich angenehm, auch die Passform hat mich angenehm überrascht, obwohl man natürlich durch den Kragen ein wenig Stoffgewusel auf der Schulter hat. Und die Einsatznaht des linken Ärmels fühlt sich manchmal ein bisschen so an, als wäre einem der BH-Träger runtergerutsch. Das ist aber schon das ganze Negative, das ich über dieses Kleid sagen kann. Ich denke mal, das werde ich in nächster Zeit ziemlich oft tragen, ich fühle mich damit sehr gut angezogen.

Samstag, 29. März 2014

gefülltes Schweinefilet mit Datteln auf Gemüsebett

Die Versuchsküche hat heute eine feine Sache hergegeben - Schweinefilet mit Datteln und Feta-Käse gefüllt, auf Gemüsebett mit Cous-Cous.

Vegetarier können auch das Gemüsebett ohne das Schweinefilet zubereiten. 

Zutaten;

6 Möhren
4 rote Paprika
4 Strauchtomaten
2 Zwiebeln
4 Knoblauchzehen
1 Bund Frühlingszwiebeln
10 entkernte getrocknete Datteln
1 Schweinefilet
Butter
100 g Bacon
1 Pkg Feta-Käse
50g gehackte Mandeln
1 Bund Petersilie oder Koriandergrün
1 Chili-Schote
1 Becher Saure Sahne
200 ml Rotwein
Sternanis
Kreuzkümmel
Zimt
Koriander
Salz
Pfeffer

Cous-Cous
Gemüsebrühe

Die Paprika putzen und in mundgerechte Stücke schneiden. Die Möhren schälen und in Scheiben schneiden. Die Zwiebeln würfeln, den Knoblauch schälen und einmal durchschneiden. Die Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden.  Alles in einer Pfanne mit einem Esslöffel Butter 8-10 Minuten dünsten.

Den Backofen  (Umluft) auf 180°C vorheizen. Die Hälfte der Datteln in kleine Würfel schneiden, die andere Hälfte in etwas größere Stücke. Dann das Schweinefilet füllen: Das Filet einschneiden (nicht ganz durchschneiden!) und aufklappen, beide Hälften ebenfalls noch einmal einschneiden.

 Das Filet mit dem Bacon belegen, ein Viertel des Feta-Käse draufkrümeln. Die kleiner gehackte Hälfte der Datteln ebenfalls in das Filet geben. Das Filet zuklappen und mit Rouladennadeln feststecken.

Die Tomaten in der Zwischenzeit achteln. Das gedünstete Gemüse in eine Auflaufform geben, die Tomaten dazu, die Chili (als ganzes nur aufgeschnitten oder in Scheiben, wenn es schärfer sein darf) und die restlichen Datteln dazugeben. Mit dem Rotwein und etwas Wasser angiessen und  mit Salz, Pfefffer, Kreuzkümmel (1 EL), Koriander (1 TL), Zimt  (1/4 TL)und Sternanis (wenig) würzen, salzen und pfeffern, mischen und in den Ofen stellen. 

Das Schweinefilet währenddessen von allen Seiten scharf in Öl anbraten, gegebenenfalls übrigen Bacon ebenfalls mit in die Pfanne tun. Einen Esslöffel Butter in die Pfanne geben und aufschäumen. Das Schweinefilet /und eventuellen restlichen Bacon) aus der Pfanne nehmen und auf das Gemüsebett legen, die Butter aus der Pfanne drüber gießen.

Alles wieder in den Ofen geben, auf 150°C runter drehen und 35 Minuten garen lassen. 10 Minuten vor Ende der Garzeit den restlichen Feta-Käse in die Form krümeln. Dann das Cous-Cous ansetzen, 300 g Cous-Cous werden mit knapp 500 ml Gemüsebrühe angesetze und ca. 5 Minuten ziehen gelassen.

Die gehackten Mandeln rösten. 

Die Form aus dem Ofen nehmen, das Filet aus der Form heben und in Portionen schneiden. Die saure Sahne unter das Gemüse rühren, die gerösteten Mandeln über das Gemüse streuen. Das Schweinefilet wieder auf das Gemüsebett legen und mit dem Koriandergrün/ der Petersilie bestreuen. Cous-Cous und Schweinefilet auf Gemüsebett servieren. Guten Appetit.

Sonntag, 16. März 2014

ein improvisierter Gürtelschlaufenfalter

Ich habe schon immer das Anfertigen von Gürtelschlaufen verabscheut. Das blöde einbügeln, und dann verrutscht einem die Naht, oder man näht sie so, dass man sie danach wenden muss, und bricht sich beim Wenden einen ab ... Für meine schöne neue Coverlock-Maschine gibt es einen Gürtelschlaufenfalter, aber der ist verdammt teuer.  Aber es gibt ja auch eine günstigere Alternative. Der Schrägbandfalter von Prym macht genau das gleiche, man muss ihn nur vor die Maschine halten.

Oder man bastelt sich aus einem Stück Plastik eine Halterung dafür:

 Es handelt sich dabei um ein Stück von einem Deckel eines Ikea Sortierkastens, in den ich einfach zwei Löcher und zwei Schlitze an strategisch günstigen Stellen gemacht habe. Die Handhabung ist denkbar einfach: Einen passenden Stoffstreifen zuschneiden, 25 mm breit für den 12 mm Schrägbandfalter, einfädeln, und ab die Post:

Ohne vorher lange zu bügeln kriegt man einen schönen Streifen von dem man dann die Gürtelschlaufen abschneiden kann. Das ist schon sehr bequem.  Und der Streifen muß für Gürtelschlaufen auch nicht schräg zugeschnitten werden.


Freitag, 28. Februar 2014

Knotenshirt Burda NR. 130C-022014-DL

Die Trigema-Putzlappen aus der Sammelbestellung neulich waren noch für ein anderes Shirt gut. Diesmal war es das Knotenshirt Burda NR. 130C-022014-DL, in einem fröhlichen Turnhemd-blau.

Der Schnitt ist ziemlich einfach, die Verschlingung wird durch ein extra-Band erreicht, das einfach hinten am Halsausschnitt befestigt wird.

 Das ganze ist mit ein wenig Gezuppel verbunden, wenn man es trägt, damit die Verschlingung richtig sitzt. Geht aber, man muss nicht ständig dran zuppeln, das bleibt dann schon so, wie man es hin gezuppelt hat.

Das Shirt selber und die Ärmel sind überlang, das sollte man vorher ausmessen und gegebenenfalls kürzen, wenn man das nicht möchte. Ich mag das Überlange ja ganz gerne, das liegt wohl daran, dass ich lange Jahre meines Lebens unter zu kurzer Bekleidung zu leiden hatte.

Montag, 24. Februar 2014

Der Tüddel-Büddel - Burda NR. 135A-022014-DL

Hosen habe ich ja jetzt genug, nun sind wieder Shirts dran ...

Da ich im Hobbyschneiderinnen-Forum bei einer Trigema-Sammelbestellung mitgemacht habe, habe ich auch genügend Jersey auf Vorrat. Es ist ja immer ein wenig Glückssache, was man da so kriegt, vor allen Dingen die Länge der Stücke, und ob Fehler da drin sind oder nicht - aber die Ausbeute war schon ganz gut.

Das Shirt 135A-022014-DL (Nr. 135 aus der aktuellen Februar-Burda) sah auf jeden Fall interessant genug aus, um ein Stück Single-Jersey dafür zu opfern. Das angepeilte Stück war gerade groß genug, und ich konnte sogar erfolgreich die fehlerhaften Stellen aussparen. Ich mag es ja, wenn ich die paar Restschnipsel ohne Reue wegwerfen kann, weil man da bestimmt nichts sinnvolles mehr draus machen kann, Schnitt und Stoffstück waren also quasi wie füreinander geschaffen.

Der Schnitt sieht zwar bi-elastischen Jersey vor, aber das bisschen Elastizität, das der Single-Jersey zu bieten hatte, reichte meiner Meinung nach aus, das Shirt ist ja weder super eng noch sonstwie so geschnitten, dass das wirklich notwendig wäre, da etwas wirklich elastisches zu verarbeiten.


Ich mag irgendwie diesen leicht schlampigen Look.
Der Schnitt ist auf jeden Fall ganz witzig, und wenn man den Zipfel nach außen drapiert, dann sieht es ein wenig so aus, als wenn einem gleich ein Alien aus dem Bauch bricht ... *augenroll*


Änderungen waren nicht allzu viele nötig, Länge habe ich zugegeben (Das Teil ist wirklich sehr kurz, vor allen Dingen hinten!) und über der Brust noch mal 4 cm Mehrweite eingearbeitet. Mit Brustabnähern muss man sich bei diesem Schnitt nicht herumschlagen, die verschwinden quasi im Büddel überm Bauch.
Ansonsten habe ich den Halsausschnitt ordentlich eingefasst, und nicht mit einer offenen Kante nach außen, das hätte ich unordentlich gefunden. Dazu sollte man nur rechtzeitig daran denken, dass man den Einfassstreifen 4 cm breit zuschneidet, und nicht nur 2 cm wie in der Anleitung angegeben. Die Bändigung des Jersey, der sich fiese einrollte, geschah mit einer Dose Sprühstärke und dem Bügeleisen. Genadenlos platt machen, das erleichtert die Arbeit ungemein, kann ich wärmstens empfehlen.

Donnerstag, 6. Februar 2014

Noch mehr Experimente! Burda NR. 111-012014-DL

Es ist zwar schon Februar, aber ich bin mit der Januar-Burda noch nicht ganz durch gewesen. Das Shirt vom Titelblatt hatte ich ja schon genäht, aber die Hose sah auch interessant aus.

Zu meiner nicht unbeträchtlichen Überraschung war die aber, im Gegensatz zum Shirt, nur in Kurzgröße vorhanden. Also war Experiment Nr. 1 fällig, das Schnittmuster aus Kurzgröße für meine 1,86m Körpergröße umändern. Da ich sehr skeptisch war, ob das so hinhaut wie es soll, war erst mal eine Probehose fällig. Und siehe da, 3 cm in der Sitzhöhe und je 4 cm in Oberschenkel- und Unterschenkelhöhe einzufügen reichte schon aus, um das Schnittmuster für mich tragbar zu machen. Vorne konnte ich aber wieder noch ein kleines Stück (ca. 1 cm) unterm Bund wieder zur Seite verlaufend hin wegnehmen, hinten waren die 3 cm aber genau richtig.

Experiment Nr. 2 war die Verarbeitung des dünnen Stretch-Kunstleders. Auch das ist gut gelungen, war aber nicht ganz einfach. Ich habe eine Stretch-Nadel genommen, das ging problemlos und ohne Fehlstiche. Und für die Absteppungen auf der Kunstlederoberseite habe ich den Obertransport meiner Nähmaschine zum Einsatz gebracht. Das war auch nötig, das Zeug hat sich etwas klebrig verarbeiten lassen, und dadurch, dass es einen Stretchanteil hat, hätte es sich selbst mit dem Rollfuß unangenehm gedehnt.

Teil 3 des Experiments war, ob mir das Ding im Endeffekt überhaupt steht, es ist ja schon ein etwas anderer Stil als ich den sonst tragen würde.
Aber seht selbst:




Das Kunstleder ist natürlich nicht so geschmeidig wie es Stoff sein könnte, deshalb wirft es leichte Falten. Stört mich allerdings nicht besonders. Von hinten ist die Hose aus Romanitjersey, der genau wie das Kunstleder querelastisch ist. Das macht die Hose sehr bequem. Ich habe sie heute schon mal im Büro probegetragen (nein, nicht mit *den* Schuhen). Auch nach einem ganzen Arbeitstag hat der Romanit nicht nachgegeben und entgegen meiner Befürchtung hat da nichts gebeutelt. 
Da das alles so stretchig ist, habe ich den Bund mit 2 Lagen festen Baumwollstoffs verstärkt, dessen eine Lage ich mit Vlieseline bebügelt hatte. Die wollte ich nämlich nicht auf das Kunstleder aufbügeln, da ich die Befürchtung hatte, dass das dann anfängt zu schmelzen oder sonstwie in Mitleidenschaft gezogen würde. Die Lagen Baumwollstoff und Vlieseline habe ich dann in mehreren parallelen Nähten mit der Bundinnenseite versteppt. So hat die Angelegenheit genug halt und leiert nicht.

Ich würde mal sagen, Experiment gelungen.  Das Kunstleder ist ein kleines bisschen raschelig wenn man geht, aber das hört man wahrscheinlich nur, wenn man in leisen Innenräumen unterwegs ist.

Mittwoch, 22. Januar 2014

Ein Experiment - Burda 6926-V

Manchmal muss man einfach mal der Versuchung nachgeben und etwas untypisches ausprobieren. 

In diesem Fall war die Versuchung ein Jersey in Jeans-Optik, der mir "Jeggins!" zurief. Und das mir, wo ich die gängigen Jeggins bisher eigentlich immer zum Würgen befunden habe. Aber die Versuchung ... der Stoff ist ja so witzig ... und man kann ja mal probieren, ob das nicht besser geht ... und Burda wedelte gerade auch noch mit dem passenden Schnitt NR. 6926-V herum ... na gut, überredet!

Den Schnitt habe ich dahingehend geändert, dass er ab Knie nicht mehr diese gräusliche Leggins-Form hat, sondern eher wie ein richtiges Hosenbein aussieht, mit einem Wort, ich habe ihn da einfach weiter gemacht. Und ich habe das Hosenbein auch um ca. 15 (!!) cm verlängert (normal-lange Menschen kommen wahrscheinlich auch mit 10 cm hin). Wenn man nämlich ein weiteres Hosenbein hat, kann sich der Stretch am Unterschenkel nicht mehr lang ziehen und man hätte sonst eine Hochwasserhose.


Den Praxistest hat das Teil heute schon bestanden: Auf der Arbeit hat mich keiner gefragt, warum ich keine Hose anhätte. 

Beim Nähen konnte meine tolle neue Babylock Desire 3 ganz und gar brillieren. Die Hose ist mit dem 4-Faden-Stretch-Stich genäht, und die Absteppungen sind mit dem breiten Coverstich ausgeführt. Ich war ja zuerst skeptisch, ob die Maschine das dicke Ziergarn als Nadelfäden verkraftet, aber außer, dass ich die Fadenspannung auf knackige 9 stellen musste, gab es da gar kein Problem. Der Coverstich macht die Sache auch schön elastisch, was ich mit einer Absteppung auf der Nähmaschine natürlich nie hingekriegt hätte.

Fazit: Es geht also wirklich etwas besser. Und es ist saubequem. (Aber muss man den Schnitt wirklich bis Gr. 48 anbieten? Bei aller Bequemlichkeit, das wird ja irgendwann auch mal ein bisschen unvorteilhaft ...)

Dienstag, 14. Januar 2014

Resteverwertung

Das neue Jahr ist ja schon 2 Wochen alt, da braucht ihr nicht denken, ich hätte in der Zwischenzeit gar nichts genäht ...

Da ich in letzter Zeit oft beim Sport bin, wollte ich mal eine passende Fleecejacke haben, die ich kurz für den Weg dahin überwerfen kann. Eine Fleecejacke, die ich für ganz billig Geld bei C&A gekauft hatte, passt nämlich leider gar nicht so recht, insgesamt viel zu kurz, die Ärmel sowieso. (Vielleicht sollte ich die einfach schlachten, die Reißverschlüsse würde ich für das Geld, das die Jacke gekostet hat, nicht im Kurzwarenladen kaufen können. Dieser Hintergedanke hat sie mich überhaupt erst kaufen lassen, obwohl sie so bescheiden saß).

Naja, lange Rede kurzer Sinn - ich hatte von hier noch genügend Fleece übrig, um zwei Jacken zu machen, der Online-Händler, bei dem ich das bestellt hatte ist immer nahezu überschwänglich mit den Mengen, die er abschneidet.

Die erste habe ich aus dem Burda Schnitt Nr. 105A-012010-DL gemacht, bei dem ich den Leib und die Ärmel etwas verlängert und die obligatorische FBA eingefügt habe. Ach ja, die Oberarme mussten auch noch ein wenig mehr Platz kriegen.


Dank der 3 Reißverschlüsse ist die Jacke tatsächlich teurer als die von C&A, obwohl mich der Stoff ja quasi als Rest aus einem anderen Projekt gar nichts mehr gekostet hat - die Arbeitszeit jetzt mal komplett außer Acht gelassen.  Es ist ein wenig verstörend, wenn man darüber nachdenkt, wer von den Jacken bei C&A noch alles Gewinn macht, wie gering müssen da die Produktionskosten sein?

Eine zweite Jacke habe ich aus dem Rest von dem pinkfarbenen Fleece gemacht. 


Hat es jemand erkannt? Es ist eine Abwandlung des Schnitts 1C aus der Burda Easy H/W 2013, aus dem ich hier schon einen Mantel gemacht hatte. Ich habe einfach den Schnitt auf die gewünschte Länge gebracht und einteilige Oberärmel verwendet. Die hatte ich schon für den Futterschnitt des Mantels gebastelt, da hätte ich die 4-teiligen Oberärmel nämlich etwas arg lästig gefunden. 

Das Nähen dieser Jacke war übrigens ein ganz schöner Krampf, dauernd Fehlstiche. Ich bin fast ausgeflippt, habe etliche Nadeln durchprobiert, nichts hat geholfen. Bis ich dann ein anderes Garn genommen habe. Das billige Overlockgarn, das ich verwendet hatte, war der Grund. Eine noch vorrätige Rolle Seralon von Amann in passender Farbe war die Rettung. Wer hätte das gedacht? Die blaue Jacke, obwohl auch mit preisgünstigem Toldi-Garn genäht, hatte nicht solchen Faxen gemacht.
Was mich auch ein wenig verblüfft hat war, dass das Fleece noch ganz schön penetrant gerochen hat, obwohl vorgewaschen und schon ein Weilchen hier im Schrank gelagert. Die Jacken lasse ich jetzt erst mal draußen hängen, damit der Geruch nach Erdölprodukt verfliegen kann. Erfahrungsgemäß verschwindet der aber glücklicherweise relativ zügig. Für Kindersachen hätte ich das Zeug aber trotzdem nicht verwenden wollen.

Aber wenigstens muss ich jetzt nicht mehr wie der letzte Mensch mit zu kurzen Ärmeln rumlaufen, wenn ich zum Sport gehe. Und Platz im Stoffschrank ist auch wieder.


Mittwoch, 1. Januar 2014

Ein erfolgreiches und frohes neues Jahr wünsche ich!

Ich hoffe mal, dass alle meine lieben Leser den Jahreswechsel gut überstanden haben. Ich selber habe ihn auf der Severinsbrücke in Köln erlebt, wo die Aussicht über das Feuerwerk über Köln ganz hervorragend war, der Anteil an Besoffenen, die mit Sprengstoff hantierten allerdings ein wenig unbehaglich hoch.

Allenthalben wird man um diese Zeit des Jahres jetzt wieder mit guten Vorsätzen bombardiert. Wie haltet Ihr das? Habt Ihr gute Vorsätze? Oder habt Ihr es aus Erfahrung aufgegeben? Nie welche gehabt?

Ich persönlich halte nicht viel von guten Vorsätzen zum Jahreswechsel. Na gut, es ist ein einprägsames Datum, aber sonst? Im Endeffekt läuft es irgendwie darauf hinaus, dass tausende Leute ihre guten Vorsätze schultern und losmarschieren - und spätestens nach einem Monat hat geschätzt die Hälfte von ihnen den Ballast im Straßengraben abgeladen. Da das so viele sind, muß keiner ein wirklich schlechtes Gewissen haben, die anderen haben es ja auch nicht geschafft, vielleicht ist es ja wirklich zu schwer, ich kann es ja nächstes Jahr nochmal versuchen ... Neee, ich plädiere dafür, sich irgendein krummes Datum zu suchen, an dem einem gerade danach ist, sein Leben zum Guten umzukrempeln. Der 18.Juli zum Beispiel ist doch ein Superdatum! Und man kann sich auch gewiss nicht damit rausreden, dass die anderen es auch nicht geschafft hätten. Wenn Euch das zu weit im Jahr ist, dann hätte ich noch den 15. Februar anzubieten. Oder jedes andere Datum, das Euch gefällt.

Also Ihr Lieben mit guten Vorsätzen, horcht in Euch hinein, zu welchem Zeitpunkt es Euch drängt, was zu ändern und lauft nicht wie die Lemminge in der Gruppe mit. Macht was! Und ich wünsche Euch ganz viel Erfolg dabei!