Montag, 30. Dezember 2013

Stitched-by-you Frühjahr 2012, Modell 6

Einer Lieferung eines Online-Stoffversenders lag neulich mal eine niederländisch-deutsche Schnittmusterzeitschrift mit dem Namen "Stitched by you" bei.

Wie bereits erwähnt, eine neue Coverlock - ein Jersey Vorrat im Schrank - also probieren wir doch einfach mal, wie sich der Shirt-Schnitt Nr. 6 aus der Frühjahrsausgabe 2012 so macht.


Die Ärmel hatte ich verlängert, die sind im Original 3/4 lang. Der Schnitt gefällt mir ganz gut, die Machart ist mal was ganz anderes. Der Ausschnitt ist aber recht tief und weit, da muss man von Zeit zu Zeit wohl ein wenig dran rumzuppeln, damit der sich nicht von der Schulter verabschiedet. Den würde ich wohl beim nächsten mal etwas verkleinern, obwohl dafür erstaunliche 4 Schnitteile angepasst werden müssten. 
Die braune Passe oben ist ein Rest vom letzten Shirt, die dreieckigen Einsätze waren auch noch Reste von einem anderen Shirt. Und jetzt kann ich ohne schlechtes Gewissen neuen Stoff kaufen, die Coupons vom Stoffmarkt sind aufgebraucht.

Burda NR. 122-012014-DL

Zu Weihnachten ist mir eine neue Coverlockmaschine ins Haus geflattert. Ein wunderbarer Grund, mal das eine oder andere Shirt zu nähen. Ich habe mir also gleich die aktuelle Burda geschnappt, meinen Vorrat durchwühlt und bin zur Tat geschritten.

Genäht habe ich das Modell 122-012014-DL, aus einem ordentlich elastischem Viskose-Jersey. Das ist auch zwingend nötig, nicht-elastanhaltige Jerseys kann man dafür nicht verwenden. Leider hatte ich nichts gestreiftes vorrätig, so ist das Shirt also ganz einfach einfarbig geworden. Gefällt mir aber trotzdem ganz gut.


Das Teil fällt sehr lang aus, sowohl am Leib als auch an den Ärmeln, ich musst es nicht verlängern, und das passiert sonst eigentlich nie.  Es ist an der Hüfte ziemlich eng, oben rum geht es eigentlich, und die Ärmel sind auch eher locker als anliegend. 
Und ich bin froh, dass ich meine Jersey-Vorräte endlich mal ein bisschen aufarbeiten konnte.

Montag, 16. Dezember 2013

driving home for christmas

Driving home for christmas - mit einem Sack voller Klamotten, man möchte sich ja zu Weihnachten ein bisschen herausputzen.

Im speziellen habe ich dafür die Burda-Hefte der letzten Monate herangezogen. Als erstes habe ich die Bluse NR. 121A-112013-DL gemacht. Allerdings hatte der von mir gewählte Stoff leider keine zwei gleich aussehenden Seiten, so dass ich mir für das Vorderteil etwas anderes überlegt hatte.




eigentlich sollen nämlich beide Vorderteile in einem Stück durchgehend geschnitten werden, so dass man von einem die Rückseite zu sehen bekäme. Wie gesagt, mein Stoff war dafür nicht wirklich geeignet, daher  habe ich unten einfach die beiden Vorderteile mit einer Naht verbunden. Da ich die Naht nicht ausgebügelt habe, sieht die auch fast wie umgeschlagen aus. Der große Vorteil an dieser Aktion: Es ist wesentlich stoffsparender als die Burda-Vorgehensweise. Es war daher noch genügend Stoff übrig, um ein Top für drunter zu machen. Was man auch dringend haben möchte, weil der Verschluß nur mit einem Bindegürtel doch die Gefahr üppiger Einblicke bietet. 
Dazu gab es einen ganz simplen Rock, der auf einem Simplicity-Schnitt basierte, dem ich aber noch ein paar Taschen spendiert habe:


Ein 7 EUR Restecoupon vom Stoffmarkt, der laut meinen Namen rief.

Dann kam noch ein Stück aus der Burda 11/2013, und zwar die Designerbluse von Jo no fui (hier das letzte Bild der Fotostrecke) die leider aus irgendeinem Grund nicht mehr zum Download erhältlich ist. Den Stoff hierzu hatte ich vom Wochenmarkt in Nippes:










Der Schnitt gefällt mir ausgesprochen gut (auch wenn ich, wenn ich den nochmal nähen würde da sicher noch Brustabnäher reinmachen würde), vor allen Dingen die üppigen Ärmel. Von denen ich hoffe, dass sich sie beim Wehnachtsbrunch nicht in die Soße stippen werde. Auch wenn der Schlitz vorne natürlich Burda-gemäß mal wieder viel zu tief ausfäll, so dass ich ihn ein Stück zugenäht habe. 

Und als letztes Stück kommt noch das Kleid NR. 120-082013-DL aus der August-Burda diesen Jahres:

 
Das Kleid ist allerdings sehr weit, so dass ich noch überlege, ob ich das nicht noch ein wenig enger machen werde. Ausserdem bin ich versucht, die Ärmel noch ein Stück zu kürzen. Ich hatte sie in vorauseilendem Gehorsam meine üblichen 4 cm verlängert, und schon 2 cm wieder gekürzt, aber die sind immer noch recht lang. Zusammen mit der Weite des Kleides macht das leider den Eindruck, dass ich in das Kleid erst noch reinwachsen müsste. Muss ja nicht sein! Aber sonst ist das Teil gar nicht mal so schlecht, das hat schon Potential.

Sonntag, 17. November 2013

Mal wieder eine Tasche

Die Machart der Tasche habe ich diesen Herbst in Florenz bewundern können. Ich hätte die da auch kaufen können, aber das wäre ja nur der halbe Spaß gewesen ...

So habe ich sie also schnell mal selber genäht, der Schnitt ist ja nur wirklich so simpel, wie er nur sein kann, der schwierigste Part war fast, die Ösen da gut reinzukriegen:



Und man kann das Ganze auch aufgeklappt tragen, wenn man viel Kram unterzubringen hat:


Eigentlich ist es nur ein einfacher Sack mit ein paar Ösen und Ringen - das ist schon alles. Dafür sieht es aber erstaunlich gut aus, finde ich. Silberne Beschläge auf dunklem Material machen einfach was her.

Ich habe aus Florenz noch eine weitere Taschenidee mitgebracht, dafür muß ich aber erst mal noch das passende Obermaterial finden.

Burda Easy H/W 2013 Kurzmantel Modell 1C

So, der Kurzmantel ist fertig:



Bei dem Oberstoff handelt es sich eigentlich um einen eher dünnen Anzugsstoff aus Baumwolle mit leicht angerauhter Rückseite. Gefüttert ist das Ganze mit einem ganz normalen dünnen Steppfutter, da mir das sonst nicht warm genug gewesen wäre. Durch diese Kombi stockt der Oberstoff leider ein wenig auf dem Futter, was dann auch zu der einen oder anderen Falte führt, gerade an den Ärmeln. Stört mich aber eigentlich nicht weiter, weil der Sitz ansonsten ziemlich gut ist. Zur Schnittmusterbearbeitung hatte ich ja hier schon ein wenig geschrieben.
Hier noch mal ein Bild von hinten, wo man die zweifarbigen Ärmel gut erkennen kann:


Ich fand die nackte Verarbeitung vom  Reißverschluß nicht unbedingt ansprechend, daher habe ich ein Ripsband über die offene Kante gesetzt:


Sieht besser aus, finde ich. Nicht so nackig. 

 Jetzt habe ich wenigstens auch mal ein Oberbekleidungsstück für die Übergangszeit, das ich auch "für gut" anziehen kann. Immer nur Trekkingjacken ist ja auch nicht so das Wahre.

Dienstag, 12. November 2013

Ein Stöckchen

Huch, Marion hat ein Stöckchen nach mir geworfen! Mein allererstes!

Folgendes sind ihre Fragen:

1. Was wolltest du schon immer mal für dich selber machen (im Sinne von “herstellen”, mit egal welcher Technik), hast es aber (noch?) nicht?

Einen Pullover aus naturfarbenem handgesponnenen Garn, den ich nach einem bisher nur in meinem Kopf existierenden Verfahren in einem Farbverlauf färben möchte (bedauerlich, dass ich keinen Zugriff mehr auf Labor-Stative und Tropftrichter habe). Bisher hapert es noch daran, dass ich derzeit komplett spinnunlustig bin und ich das Garn einfach nicht fertig kriege. Ich sollte jedes der noch kommenden Stricktreffen mit meinem Spinnrad ansteuern, auch wenn ich mir dann vorkomme wie jemand, der einen Säbel zu einem Pistolenduell anschleppt.

2. Was ist dein Lieblingsgetränk?

Wenn ich mich auf ein Getränk für den Rest meines Lebens beschränken müsste, dann würde ich wohl Wasser wählen, weil das die vernünftigste Wahl wäre. Ansonsten liebe ich die ungesunden Getränke. Kaffee, Bier, Wein, Likör, Cocktails, dazwischen würde ich mich dann auch nicht weiter entscheiden wollen.

3. Wenn es um die Fortbewegung geht, bist du Individualist (Auto, Zweirad, Fußgänger) oder Gruppentyp (Bahn, Bus, Straßenbahn, Flugzeug,..)?

Individualette. Aber sowas von. Da bricht der mir eigene Separatismus durch.

4. Wie sieht dein perfektes Weihnachtsfest aus?

Nicht zu viel von allem. Ich mag das Übertriebene nicht, was einen da manchmal nahezu überrollt. Ein leckeres Abendessen im Kreise meiner Familie mit einem guten Wein und leicht abgedrehten Gesprächen bei oft erhöhter Lautstärke, das ist das, was ich möchte.

5. Wenn du an deine Wohnung denkst… bist du eher Dekoqueen oder Puristin?

Ganz klar Puristin. Stehrumchen können mir echt gestohlen bleiben.

6. Dein Lieblingsbuch?

Schwer zu sagen. Eigentlich habe ich da kein spezielles. Es entflammt mich immer mal wieder das eine oder andere, aber ich bin da wirklich wankelmütig, mir fällt keins ein, dass ich als meine große Liebe bezeichnen würde.

7. Und dein Lieblingscomic?

Da ich wesentlich weniger Comics konsumiere als Bücher, kann ich da fast eine Aussage machen. Allerdings schwanke ich auch hier zwischen zweien - Entweder "Chew" ein abgedrehter Comic über einen Cibopathen der Verbrechen aufklären kann, indem er in die Leichen beißt, oder "Locke and Key" eine phantastische Geschichte, die der Sohn von Stephen King geschrieben hat.

8. Was nimmst du dir immer wieder vor, schaffst es dann aber doch nicht?

Ich bin ja irgendwie der Vollstreber. Gelegentlich preußisch bis ins Mark. Irgendwie. Was dazu führt, dass ich meine vorgenommenen Sachen immer auch in halbwegs absehbarer Zeit durchführe. Oder vielleicht bin ich auch einfach nur so faul, dass ich bei den Dingen, die ich mir vornehme hinreichend minderambitioniert bin, so dass das alles immer locker machbar ist.

9. Wenn du ein Jahr Urlaub hättest, was würdest du tun?

Die Hälfte der Zeit mal die andere Seite des Erdball begucken, die andere Hälfte zu Hause abhängen und zwischen rumgammeln und Textilkram herstellen aufteilen.

10. Würdest du lieber auf den Eiffelturm fahren oder einen Tag in Eurodisney verbringen?

Hmm, weder noch, eigentlich. Auf dem Eiffelturm war ich schon oft genug, und ausserdem würde ich die Treppe nehmen anstatt zu fahren, die Schlange vor dem Fahrstuhl nervt. Wenn die Frage jedoch lauten würde "Eurodisney oder Pariser Innenstadt?", dann wäre das keine schwere Entscheidung. Dann wäre es natürlich die Pariser Innenstadt. Eurodisney allenfalls, wenn man einem Kind damit eine Freude machen könnte. Für mich selber muss ich das nicht haben. In den 90ern in Anaheim fand ich das ja noch ganz putzig, aber irgendwann ist man dann einfach nicht mehr so leicht zu begeistern.

Ja wen könnte ich denn jetzt mit ein paar Fragen aufscheuchen?

Hier wären meine Fragen:

1. Welche Handarbeitstechnik ist Deine liebste?
2. Welche Handarbeitstechnik möchtest Du unbedingt noch lernen?
3. Welche Handarbeitstechnik würdest Du absolut nicht lernen wollen?
4. Wie sieht dein perfektes Silvester aus?
5. Hast Du eine Nähmaschine? Wenn ja welche und warum ausgerechnet die?
6. Hast Du außer einer oder mehrerer Handarbeiten noch andere Hobbies?
7. Wenn Du garantiert immer genügend Geld für alles was Du möchtest hättest ohne dafür irgendetwas tun zu müssen, was würdest Du mit Deiner Zeit anfangen?
8. Berge oder Meer? Was ist für Dich der ideale Urlaub? (natürlich können da auch Städtereisen, Abenteuerreisen, Safaris und weiß der Geier auch genannt werden!)
9. Welche Stadt ist Deine liebste Stadt in Europa?
10. Wenn Dir Geld gegeben würde, um ein beliebiges Auto zu kaufen (und anschließend auch zu unterhalten!), welches würdest Du nehmen?


Vielleicht mögen ja die folgenden etwas dazu sagen?

http://www.strickforum.de/weblog/

http://www.stricktagebuch.de/stb.php?stbid=141&datstart=0 (Michaela, Du bist gemeint!)
http://diesunddasvonutensilien.blogspot.de/
http://sewinggalaxy.blogspot.de/
http://mallory.twoday.net/
http://mypatternmyfashion.blogspot.com/
http://immi-made-clothes.blogspot.com/
http://zeitensprung.blogspot.de/
http://baerbls-handarbeiten.blogspot.de/
http://vonmaxlau.blogspot.de/




Montag, 28. Oktober 2013

Erwägungen zur "Farb"-Stellung

In der Pipeline ist als nächstes eine längere Jacke / ein kürzerer Mantel für mich. Meine Wahl fiel auf das Modell 1C aus der Burda Easy H/W 2013 (leider derzeit nicht online aufzufinden). Für das Modell stehen mir unterschiedliche graue Stoffe zur Verfügung, von denen ich zwei kombinieren möchte. Fast bedaure ich das schon, da das Probemodell aus dunkellila und stahlblauen Resten echt heiß aussieht:


Das Probemodell habe ich übrigens gemacht, weil ich mir wegen der FBA (Full Bust Alteration) hier nicht ganz sicher war. Das Modell hat eine Flankennaht mit kleinem Brustabnäher, ich habe ein wenig gerätselt, wie ich da am besten vorgehe. Meine Idee, die Mehrweite am Seitenteil und die  benötigte Länge über den kleinen Abnäher einzuarbeiten, scheint aber nicht verkehrt gewesen zu sein, das Probeteil sitzt ganz passabel. Auch die Verbreiterung der Ärmel wollte ich lieber erst ausprobieren, ehe ich es versemmele, immerhin geht das durch alle 4 Teile des Oberärmels durch.

Je nun ... Jetzt sitze ich hier und habe ein wenig mit dem Grafikprogramm gespielt und mal die Schemazeichnung mit meinen Stoffmustern versehen, damit ich mich für das endgültige Ergebnis entscheiden kann (man kann ja schlecht zuschneiden, wenn man nicht weiß, was woraus zugeschnitten werden soll):

Modell 1:

Modell 2:


Modell 3:



Gar nicht mal so einfach. (Übrigens fehlt in der technischen Zeichnung der Brustabnäher, sehe ich gerade ...) 

Ich tendiere aber derzeit zu Modell 1. Da ist die Farkombi sportlich genug, um nicht komplett langweilig zu sein, aber nicht so aufdringlich, dass man das nicht auch zu formelleren Anlässen tragen könnte. Gibt es Gegenstimmen?

Serienproduktion

Weite Teile des Oktobers habe ich mit noch mehr Herrenhosen zugebracht.


Ich habe die Gesäßkurve, die in dem letzten Post zum Thema noch nicht ganz makellos war, noch etwas mehr angepasst, und jetzt ist der Sitz fast perfekt:


Am rechten Hosenbein sieht man, dass es da nicht komplett glatt fällt, allerdings auch nur im Blitzlicht, und ich bin mir nicht sicher, ob es nicht am nicht komplett gleichmäßigen Stand meines Lieblingsmodels liegt. Für mich kann das jetzt aber wirklich so bleiben.


Dienstag, 8. Oktober 2013

Wollfestival-Gedächtnisjacke

Die Strickjacke, die ich letzte Woche gestrickt habe, ist inpiriert von dem Modell "Stumpejacke" von Marianne Isager, die ich auf dem Wollfestival in Köln dieses Jahr live bewundern konnte (die Jacke, nicht die Frau). Ich hatte mich dabei umgehend in die Verschlußlösung verguckt. Es war von dort auch noch Garn vom Strickmaschinenkurs übrig, welches ich nochmal um ein weiteres Pfund käuflich ergänzte, und dann habe ich erst mal ein wenig über der Angelegenheit gebrütet. Und nochmal Bilder von der Jacke angesehen. Und nochmal gebrütet. Wie das so bei mir läuft. Und nochmal Bilder, und nochmal brüten. Nach einer Weile sind dann die mir zweckmäßig erscheinenden Schnittänderungen geschlüpft, die Maschenprobe (siehe vorheriges Posting) war gestrickt und ich habe in DesignaKnit 8 den Schnitt erstellt.

Folgendes habe ich geändert: Da das Teil auf der Strickmaschine entstanden ist, musste ich die Seitenteile und den Kragen von den restlichen Leibteilen getrennt arbeiten. Ferner habe ich den Schnitt des Leibs verschlankt und gestreckt, da ich nicht so stumpig aussehen wollte, wie der Name der Originaljacke es verhieß. Ansonsten habe ich noch die Ärmel mit Armkugeln gearbeitet, da ich keine überschnittenen Schultern mag. Und die Seitenteile und die Ärmel sind hauptsächlich glatt rechts gestrickt, da dabei der Garnverbrauch geringer ist.

Hier mal Bilder von den Einzelteilen, aus denen die Jacke zusammengesetzt ist:



Da ich das Garn in zwei unterschiedlichen Partien vorliegen hatte, habe ich ein wenig getrickst und die Seitenteile und Ärmel mit dem Farbwechsler gestrickt, immer zwei Reihen in der einen Partie und dann zwei Reihen in der anderen. Wenn man genau hinsieht, kann man das zwar auch erkennen, aber es fällt nicht ganz so auf, als wenn da eine harte Kante mit zwei unterschiedlichen Farbflächen gewesen wäre. 

Ich habe bei dieser Jacke gefühlt tausend Fehler gemacht, und habe sie fast zweimal stricken müssen. Aber aus Fehlern lernt man ja. Aus einigen muss man auch zweimal lernen, weil man in der Zwischenzeit schon wieder vergessen hat, was man beim ersten Mal gelernt hat ...
In diesem Fall besonders die Tatsache, dass man, wenn man in DK8 im Standardschnitt etwas entwirft, um es im Originalschnitt weiterzubearbeiten, man unbedingt die Bündchen auf Länge 0 setzen sollt. So ware die Ärmel leider einfach mal 4 cm zu kurz, und ich habe einen verregneten Nachmittag damit verbracht, einen Faden über dem Bündchen zu ziehen und da dann ein Stück reinzuflicken (eine üble Geduldsprobe). Und man kann gerne Halsbündchen etwas kürzer stricken, als man es eigentlich für ein entspanntes Maschenbild müsste, damit sich die Vorderpartie nicht unnötig längt. Aber stattdessen habe ich einfach noch einen Faden zur Stabilisierung in die Naht eingezogen, das tut's auch.

Zum krönenden Abschluss hier ein Bild von der fertigen Jacke:


Trotz der diversen gemachten Fehler ist das Endergebnis zufriedenstellend geworden. Besonders amüsant fand ich es, dass ich zwei farblich exakt passende Knöpfe in meinem Fundus hatte. Sie stammen von einem Kleid, dass ich vor etlichen Jahren mal genäht, aber nie angezogen habe, weil es leider wie ein blöder Bademantel aussah. Ich habe dann die Knöpfe abgetrennt und den Rest schweren Herzens weggeworfen, aber da war nix mehr zu retten, Schnitt und Stoff waren einfach doof kombiniert. 

Ich sollte wirklich wieder mehr Maschinenstricken, damit ich mich beim nächsten Mal nicht wieder so quälen muss ...

Und ich bin immer noch erstaunt, dass sich die Schachenmayr Extra Merino so problemlos auf dem Feinstricker verarbeiten ließ. Eigentlich ist sie nämlich zu dick dafür und ideal für den Mittelstricker (zu dem ich aber kein Doppelbett habe, weswegen Vollpatent nicht machbar gewesen wäre).

Dienstag, 1. Oktober 2013

verschiedene Stricktechniken, verschiedene Maschenproben

Hier mal ein kurzes Beispiel, was für unterschiedliche Maschenproben unterschiedliche Stricktechniken ergeben können:


Von oben nach unten (Schachenmayr Extra Merino auf dem Feinstricker verarbeitet, trotz angegebener Maschenprobe von 22M/10 cm, mein Mittelstricker hat kein Doppelbett und ich will gerne was mit Patentmuster stricken und bin zu faul für Handstrick):

glatt rechts (Einbett MW 10.2) - 40 Maschen ergeben 15,5 cm (entspricht  ca. 26 M/10cm) und 60 Reihen ergeben 16 cm (entspricht ca. 38 Reihen auf 10 cm)

kraus rechts (Einbett MW 10.2) - 40 Maschen ergeben 17 cm (entspricht ca. 23M/10cm) und 60 Reihen ergeben 13 cm (entspricht ca. 46 Reihen auf 10 cm)

Vollpatent (Doppelbett MW 7/7)  - 40 Maschen ergeben 22,5 cm  (entspricht ca. 18 M/10cm) und 60 Reihen ergeben 9 cm (entspricht ca. 67 Reihen auf 10 cm)

Wenn man mehr Platz braucht, als man Nadeln an der Maschine hat, kann man auch über die Stricktechnik noch Platz gewinnen.

Dienstag, 24. September 2013

*Schnüff*

Ein lieber Kollege hat die Firma verlassen und wird uns wahrscheinlich sehr fehlen.

Zur Strafe habe ich ihm eine Sweat-Kapuzenjacke mit Logo und kleiner Ergänzung in Firmenfarben bestickt:


Und ich konnte nicht mal bei der Abschiedsfeier dabei sein. Ich hoffe, er hat sich nicht zu sehr vor dem Teil gegruselt und wird es wenigstens zu Hause mal anziehen. 

Sonntag, 22. September 2013

Eine Handtasche aus Wildlederimitat

Meinen freien Samstag habe ich dazu genutzt, eine Handtasche aus Wildlederimitat zu nähen. Die Idee habe ich mir ganz dreist bei Burdas Modell NR. 7478-DL abgeschaut. Ich habe allerdings nicht so eine riesen-Oschi-Tasche haben wollen, und den Griff wollte ich auch anders, also habe ich mir den Schnitt selber gemacht.


Das Wildlederimitat ist aus der Möbelstoff-Abteilung, also von etwas festerer Qualität. Für eine Tasche ist es jedoch ohne Verstärkung etwas zu labberig. Der Griff ist daher mit Decovil I verstärkt, der Taschenkörper hat noch eine Lage dünnes Volumenvlies als Zwischenschicht.

Ich bin ganz zufrieden mit dem Ergebnis, die Tasche ist groß genug für meinen Regenschirm, die Sonnenbrille und das Portemonnaie, und sie sieht ganz lässig und ein wenig knautschig aus, so wie ich mir das vorgestellt hatte.

Mittwoch, 18. September 2013

Herrenhose - ein kleines Experiment

Ich hatte hier ja schon mal eine Hose für meinen Liebsten gemacht:

http://frieda-freude-eierkuchen.blogspot.de/2013/05/der-kleiderschrank-ist-ja-immer-noch.html

Er fand sie ja auch nicht wirklich schlecht, nur ein wenig zu weit für seinen Geschmack.

Da ich hier:

http://frieda-freude-eierkuchen.blogspot.de/2013/03/mein-kleiderschrank-ist-voll-den.html

ja schon mal eine Cargo-Hose für ihn gemacht hatte, die ihm sehr gut gefiel, kam er auf die Idee, ob ich nicht nach diesem Schnitt eine Anzughose machen könnte. (Nein, die Taschen kommen da nicht drauf! Und die Biegung im Kniebereich kommt auch nicht mit!)

Ich bin ja immer zu Experimenten aufgelegt, daher habe ich einfach nochmal von dem grauen Gabardine nachgeordert und losgelegt. Ehrlich gesagt habe ich etwas gezweifelt, dass das wirklich was wird, aber zu meiner Überraschung sieht das ganze eigentlich sogar mehr als nur ganz passabel aus:



Monsieur hat dann gleich noch zwei Stück nachgeordert und ich bin die Sorge um die diesjährigen Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke schon mal los. Das war ja einfach ... *gg*


Montag, 16. September 2013

Ein Hütlein klein

Es ist erstaunlich, was man mit einer Stickmaschine (ohne "r") und ein wenig Garn zaubern kann:


Die "freestanding lace" - Stickdatei, auf der das Hütchen basiert, ist bei Urban Threads zu erhalten. Das ganze wird auf Ultra-Solvy oder einen anderen geeigneten wasserlöslichen Stickuntergrund gestickt, den man anschließend einfach auswaschen kann und die einzelnen Teile werden dann ebenso einfach von Hand zusammengenäht. Dann braucht man nur noch ein Hutband (in diesem Fall ein einfaches Köperband, weil es gerade zur Hand war), ein paar Federn aus dem Bastelbedarf und vielleicht noch ein paar Zahnräder als Dekor (in diesem Fall eine Brosche aus dem Karnevalsladen "Pierros" in Frechen). Um den Hut auch auf dem Kopf befestigen zu können näht man einfach von unten zwei kleine Haarspangen fest. Wenn gewünscht, kann man auch noch ein wenig Schleiertüll am Hut befestigen, da ich aber keinen geeigneten in Braun gefunden habe, habe ich mir das gespart.  

Dienstag, 10. September 2013

Wo die Paspeltaschen jetzt wohnen

Die Paspeltaschen vom letzten Posting zieren natürlich auch ein Kleidungsstück - und zwar den Neuaufguss der sensationell faltenarmen Hose Simplicity 4044. Wie dort in den Kommentaren ausführlich diskutiert hat sie jetzt also doch Paspeltaschen gekriegt.

Fällt gar nicht groß weiter auf, auf jeden Fall stört es nicht das Gesamtbild, finde ich:


Ja, da sind tatsächlich Taschen:


Und die Rückansicht ist auch in dieser Stoff-Variante fast von jeglichem Faltenwurf unbeleckt:

 
Die Hose durfte mich schon auf die Arbeit begleiten. Superbequem und trotzdem chic, wie ich finde. Die darf diesen Herbst bestimmt öfter mal mit mir vor die Tür. 

Sonntag, 8. September 2013

Paspeltaschen für Faule

Ich mache bei meinen Hosen recht gerne Paspeltaschen. Weil man da ziemlich genau arbeiten muss, damit die auch wirklich vernünftig aussehen, habe ich mir folgende Vorgehensweise überlegt, die das meiner Meinung nach ein wenig einfacher macht.

Der eigentliche Trick besteht darin, dass die Paspel-Partie insgesamt so breit ist, wie das Nähmaschinenfüßchen. Das ist in meinem Fall gut 15mm, das ist auch eine gute Breite für Paspeltaschen an Hosen.

Wenn der Paspelbereich 15 mm breit ist, dann bietet es sich an, die einzelnen Paspelstreifen selber auch so breit zu machen. Warum das praktisch ist, sieht man gleich.

Mein Vorgehen ist also so: Ich schneide die 4 einzelnen Paspelstreifen zu, erst mal nur jeweils mit der ungefähren Breite von 3-4 cm und mindestens 2 cm länger ,als der Tascheneingriff werden soll. Die werden dann schön gebügelt und gepresst, damit sie wirklich knackig gefaltet sind und dann exakt auf eine fertige Breite von 15mm zugeschnitten. Man bebügelt den Bereich, wo die Paspeltasche hin soll, von der Rückseite her mit Vlieseline und markiert dann die Mitte der Paspeltasche und das obere und untere Ende mit Heftgarn:


Nun legt man die beiden Paspelstreifen auf der rechten, äußeren Stoffseite auf, so dass die offenen Längsseiten genau auf der Mittelmarkierung aneinander stoßen, die Seite der Paspel, die nachher sichtbar sein soll, liegt also auf dem Stoff auf, die gefaltete Seite der Paspel zeigt nach außen von der Markierung weg:


Mit Heftfaden markiert man jetzt nur das obere und das untere Ende des Tascheneingriffs auch auf der Paspel. Als nächstes kann man jetzt schön sehen, worin die Zeitersparnis liegt:


Man kann exakt in der Mitte der Paspel nähen, weil das Füßchen exakt so breit ist wie die Paspel (das gilt natürlich nur, wenn die Nadelstellung der Maschine exakt in der Mitte des Füßchens liegt!). Wenn man so auf beiden Paspeln näht, werden die Paspeln wunderbar nach dem Aufschneiden und umklappen in der Mitte aneinander stoßen, ohne dass man den Nahtverlauf irgendwie noch extra markieren müsste, um dieses Ziel zu erreichen. Man spart also tatsächlich Zeit ein. Man näht jetzt also exakt von der oberen zur unteren Quermarkierung die Paspel entlang:


Wichtig ist hierbei, dass die Nähte wirklich beide genau gleich lang sind und in der Mitte der Paspel verlaufen! Anschliessend schneidet man die Öffnung auf, in der Mitte nicht ganz bis zum Ende des gewünschten Tascheneingriffs und dann schräg exakt bis zum jeweiligen Nahtende. Aufpassen, dass man nicht in die Naht selber reinsäbelt! Es bilden sich oben und unten zwei Dreiecke, man sieht sie hier auf der Rückseite:


Die Paspeln werden nach innen umgelegt und der gesamte Bereich wird schön eingebügelt (man lässt das am besten zur Fixierung unter einem Holzbrett abkühlen. Ein wenig Druck beim Abkühlen macht die Knicke schärfer, das sieht sauberer aus!):

 


Jetzt ist man fast fertig mit der Paspel, man braucht nur noch die beiden Dreiecke oben und unten auf der Rückseite auf den Paspelstreifen festzunähen:


Schwuppdiwupp (naja, so ziemlich ...) hat man also einen schöne Paspeltascheneingriff genäht. Die Taschenbeutel kann man jetzt einfach an den Nahtzugaben der Paspel befestigen und dann den Taschenbeutel schließen. 

Vielleicht probiert es mal einer aus und findet das Vorgehen auch hilfreich, ich würde mich über einen entsprechenden Kommentar jedenfalls freuen.

Freitag, 6. September 2013

Kappensitzung

Beim Stöbern auf der Fun-Fabric-Webseite bin ich über eine ganz spaßige Mützenanleitung gestolpert. Ein bisschen Baumwollpopeline war auch noch im Schrank, so dass ich gleich tätig werden konnte:


Der Schnitt fällt relativ groß aus, im Zweifelsfall, also wenn man mit seinem Kopfumfang zwischen zwei Größen liegt, würde ich die kleinere Größe empfehlen. 

Man könnte diese Mütze zwar auch durch einklappen des "Latz" zu einer normalen Kappe umwandeln, ich hatte aber noch ein wenig von dem Popeline und auch noch etwas Zeit, so dass ich einfach noch eine latzlose Version gemacht habe:



Ich finde das Schleifchen hinten so putzig! Das ist so ein netter Bruch des armeemäßigen Designs. Für diese Kappe habe ich das Mittelteil gedoppelt und die Seitenteile zwischengefasst, mir gefielen die sichtbaren versäuberten Saumzugaben innen nicht so gut. Den "Latz" hinten habe ich einfach nach ausmessen an der anderen Kappe gekürzt und verstürzt. 

Es reicht übrigens völlig, für das Schirmchen beidseitig Vlieseline H250 zu nehmen , mehr Stand wird auch für dünne Stoffe nicht benötigt, das hält tatsächlich sehr gut.



Donnerstag, 5. September 2013

Leicht verspätet ...

Nachdem ja nun wirklich bald jeder über das Ravelry-Treffen berichtet hat (ist ja auch erst fast 3 Wochen her *hust*), hinke ich jetzt hier einfach mal hinterher.
Ich Schnarchnase hatte leider in dem ganzen Trubel vollkommen vergessen, mal ein Foto zu machen von den Räumlichkeiten, in denen wir den Kurs abgehalten haben, geschweige denn vom Kurs selber, so dass ich es überflüssig fand, einfach nur ein Posting reinzusetzen, wie toll es war, wie wir strampeln mussten um unser gesamtes Equipment über eine schmale, ein wenig gewendelte Treppe in den ersten Stock zu schleppen, wie gut die Kurse gelaufen sind und wie nett die Teilnehmer waren und was nicht noch alles. Fotos vom Ravelry-Treffen selber sind ja auch zur genüge im Netz zu finden ...

Aber eine Sache kann ich dann doch präsentieren, und zwar, was ich mit den Garn-Goodies bis jetzt so angestellt habe.

Da wäre zum ersten das Rüschengarn aus Kid Mohair und Seid von Rowan. Es grenzt ja fast an eine Verletzung der guten Sitten, aus so feinen Fasern ein ordinäres Rüschengarn zu machen. Und Rüschenschals sind wohl so ziemlich das letzte, was ich so um meinen Hals hängen würde. Also habe ich das Garn befreit:


Yeah, was für ein langwieriges Gefummel! Aber tatsächlich insgesamt 50g echtes Rowan Kidsilk Haze, die dabei herauskommen. Ich habe noch vom letzten Jahr 100g in einer harmonierenden Farbe liegen, damit lässt sich sicher schon mal etwas anfangen. 

In der Tüte war noch ein 50g Knäuel (ca. 100m) eines fair gehandelten Alpakagarns. Das einzige, was mir dazu eingefallen ist, war ein flottes Paar Handstulpen, die ich mal eben schnell improvisiert habe:


Das Garn ist sehr schön, Tichiro hatte sich auch schon mal sehr ausführlich dazu geäussert. Demnächst wird es das noch in weiteren, auch strickmaschinenkompatiblen Lauflängen geben. Ich bin sehr versucht, da dann mal eine Bestellung abzusetzen. Der Preis ist für die Qualtiät nämlich ganz hervorragend, finde ich (ca. 6 EUR für 100g bei Abnahme von 300g). 

Donnerstag, 29. August 2013

Einfach mal ein paar hübsche Bilder

Aus der Zeit, als ich mal mit ArtYarn experimentiert habe, habe ich gerade ein paar nette Bilder wiedergefunden, die ich hier jetzt einfach mal poste (nicht, dass jemand denkt, hier wäre keiner mehr zu Hause ...;))







Die Garne sehen ja immer echt toll und ungewöhnlich aus. Ich finde es aber immer sehr schwer, eine vernünftige Verwendung dafür zu finden. Verstrickt oder verhäkelt sehen sie nämlich meist eher seltsam aus und verlieren ihren Charakter oft völlig.