Mittwoch, 2. April 2014

*Das* Kleid - Burda 112-042014-DL

In der Burda vom April 2014 ist ein Kleid drin, bei dem die Schnittzeichnung gleich mein Auge gefangen hat: Modell 112! Als Modell 211 gibt es das auch noch als Shirt, es unterscheidet sich aber nur durch die Länge und die fehlenden Abnäher vom Kleid.

Das sah so schön bescheuert aus, dass wir jedesmal, wenn wir uns über dieses Modell unterhalten haben, beide Arme in unmöglichem Winkel weggestreckt haben, um die Schnittzeichnung "zu tanzen".

Ich habe mir ein Stück Trigema-"Putzlappen"-Jersey in einem unendlich öden Beige gegriffen, und mich Montagabend daran gemacht, das Kleid zu nähen. Dank des überaus einfachen Schnittmusters ist es auch gleich noch am selben Abend fertig geworden:


Siehe da, es ist ein Kleid! Und man kann es anziehen!Meinen Kollegen ist allerdings nur aufgefallen, *dass* ich ein Kleid trage. Die Besonderheiten des Schnittes sind an den Herren natürlich vorübergezogen. Ein Hinweis "Schau mal, die Nähte wo die Ärmel eingesetzt sind!" reichte aber, um ein kurzes Stirnrunzeln und Staunen hervorzurufen. Auf den ersten Blick sieht man nicht, dass etwas seltsam ist, auf den zweiten aber schon. 

Ein Gürtel dazu ist meiner Meinung nach eine Bereicherung, sonst sieht das sehr unstrukturiert aus. Ich habe die Schulter/Kragen-Naht entgegen der Anleitung mit einem Flatlock-Stich genäht, vorgesehen war  eine französische Naht, die aber in dem recht dicken Jersey viel zu wurstig geworden wäre. Versäubert habe ich den Kragensaum mit dem breiten Coverstich, wie auch die restlichen Säume. Der Rest ist mir dem 4-Faden-Stich meiner Overlock zusammengenäht.
Das Kleid trägt sich erstaunlich angenehm, auch die Passform hat mich angenehm überrascht, obwohl man natürlich durch den Kragen ein wenig Stoffgewusel auf der Schulter hat. Und die Einsatznaht des linken Ärmels fühlt sich manchmal ein bisschen so an, als wäre einem der BH-Träger runtergerutsch. Das ist aber schon das ganze Negative, das ich über dieses Kleid sagen kann. Ich denke mal, das werde ich in nächster Zeit ziemlich oft tragen, ich fühle mich damit sehr gut angezogen.

Samstag, 29. März 2014

gefülltes Schweinefilet mit Datteln auf Gemüsebett

Die Versuchsküche hat heute eine feine Sache hergegeben - Schweinefilet mit Datteln und Feta-Käse gefüllt, auf Gemüsebett mit Cous-Cous.

Vegetarier können auch das Gemüsebett ohne das Schweinefilet zubereiten. 

Zutaten;

6 Möhren
4 rote Paprika
4 Strauchtomaten
2 Zwiebeln
4 Knoblauchzehen
1 Bund Frühlingszwiebeln
10 entkernte getrocknete Datteln
1 Schweinefilet
Butter
100 g Bacon
1 Pkg Feta-Käse
50g gehackte Mandeln
1 Bund Petersilie oder Koriandergrün
1 Chili-Schote
1 Becher Saure Sahne
200 ml Rotwein
Sternanis
Kreuzkümmel
Zimt
Koriander
Salz
Pfeffer

Die Paprika putzen und in mundgerechte Stücke schneiden. Die Möhren schälen und in Scheiben schneiden. Die Zwiebeln würfeln, den Knoblauch schälen und einmal durchschneiden. Die Frühlingszwiebeln in Ringe schneiden.  Alles in einer Pfanne mit einem Esslöffel Butter 8-10 Minuten dünsten.

Den Backofen  (Umluft) auf 180°C vorheizen. Die Hälfte der Datteln in kleine Würfel schneiden, die andere Hälfte in etwas größere Stücke. Dann das Schweinefilet füllen: Das Filet einschneiden (nicht ganz durchschneiden!) und aufklappen, beide Hälften ebenfalls noch einmal einschneiden.

 Das Filet mit dem Bacon belegen, ein Viertel des Feta-Käse draufkrümeln. Die kleiner gehackte Hälfte der Datteln ebenfalls in das Filet geben. Das Filet zuklappen und mit Rouladennadeln feststecken.

Die Tomaten in der Zwischenzeit achteln. Das gedünstete Gemüse in eine Auflaufform geben, die Tomaten dazu, die Chili (als ganzes nur aufgeschnitten oder in Scheiben, wenn es schärfer sein darf) und die restlichen Datteln dazugeben. Mit dem Rotwein und etwas Wasser angiessen und  mit Salz, Pfefffer, Kreuzkümmel (1 EL), Koriander (1 TL), Zimt  (1/4 TL)und Sternanis (wenig) würzen, salzen und pfeffern, mischen und in den Ofen stellen. 

Das Schweinefilet währenddessen von allen Seiten scharf in Öl anbraten, gegebenenfalls übrigen Bacon ebenfalls mit in die Pfanne tun. Einen Esslöffel Butter in die Pfanne geben und aufschäumen. Das Schweinefilet /und eventuellen restlichen Bacon) aus der Pfanne nehmen und auf das Gemüsebett legen, die Butter aus der Pfanne drüber gießen.

Alles wieder in den Ofen geben, auf 150°C runter drehen und 35 Minuten garen lassen. 10 Minuten vor Ende der Garzeit den restlichen Feta-Käse in die Form krümeln. Dann das Cous-Cous ansetzen, 300 g Cous-Cous werden mit knapp 500 ml Gemüsebrühe angesetze und ca. 5 Minuten ziehen gelassen.

Die gehackten Mandeln rösten. 

Die Form aus dem Ofen nehmen, das Filet aus der Form heben und in Portionen schneiden. Die saure Sahne unter das Gemüse rühren, die gerösteten Mandeln über das Gemüse streuen. Das Schweinefilet wieder auf das Gemüsebett legen und mit dem Koriandergrün/ der Petersilie bestreuen. Cous-Cous und Schweinefilet auf Gemüsebett servieren. Guten Appetit.

Sonntag, 16. März 2014

ein improvisierter Gürtelschlaufenfalter

Ich habe schon immer das Anfertigen von Gürtelschlaufen verabscheut. Das blöde einbügeln, und dann verrutscht einem die Naht, oder man näht sie so, dass man sie danach wenden muss, und bricht sich beim Wenden einen ab ... Für meine schöne neue Coverlock-Maschine gibt es einen Gürtelschlaufenfalter, aber der ist verdammt teuer.  Aber es gibt ja auch eine günstigere Alternative. Der Schrägbandfalter von Prym macht genau das gleiche, man muss ihn nur vor die Maschine halten.

Oder man bastelt sich aus einem Stück Plastik eine Halterung dafür:

 Es handelt sich dabei um ein Stück von einem Deckel eines Ikea Sortierkastens, in den ich einfach zwei Löcher und zwei Schlitze an strategisch günstigen Stellen gemacht habe. Die Handhabung ist denkbar einfach: Einen passenden Stoffstreifen zuschneiden, 25 mm breit für den 12 mm Schrägbandfalter, einfädeln, und ab die Post:

Ohne vorher lange zu bügeln kriegt man einen schönen Streifen von dem man dann die Gürtelschlaufen abschneiden kann. Das ist schon sehr bequem.  Und der Streifen muß für Gürtelschlaufen auch nicht schräg zugeschnitten werden.


Freitag, 28. Februar 2014

Knotenshirt Burda NR. 130C-022014-DL

Die Trigema-Putzlappen aus der Sammelbestellung neulich waren noch für ein anderes Shirt gut. Diesmal war es das Knotenshirt Burda NR. 130C-022014-DL, in einem fröhlichen Turnhemd-blau.

Der Schnitt ist ziemlich einfach, die Verschlingung wird durch ein extra-Band erreicht, das einfach hinten am Halsausschnitt befestigt wird.

 Das ganze ist mit ein wenig Gezuppel verbunden, wenn man es trägt, damit die Verschlingung richtig sitzt. Geht aber, man muss nicht ständig dran zuppeln, das bleibt dann schon so, wie man es hin gezuppelt hat.

Das Shirt selber und die Ärmel sind überlang, das sollte man vorher ausmessen und gegebenenfalls kürzen, wenn man das nicht möchte. Ich mag das Überlange ja ganz gerne, das liegt wohl daran, dass ich lange Jahre meines Lebens unter zu kurzer Bekleidung zu leiden hatte.

Montag, 24. Februar 2014

Der Tüddel-Büddel - Burda NR. 135A-022014-DL

Hosen habe ich ja jetzt genug, nun sind wieder Shirts dran ...

Da ich im Hobbyschneiderinnen-Forum bei einer Trigema-Sammelbestellung mitgemacht habe, habe ich auch genügend Jersey auf Vorrat. Es ist ja immer ein wenig Glückssache, was man da so kriegt, vor allen Dingen die Länge der Stücke, und ob Fehler da drin sind oder nicht - aber die Ausbeute war schon ganz gut.

Das Shirt 135A-022014-DL (Nr. 135 aus der aktuellen Februar-Burda) sah auf jeden Fall interessant genug aus, um ein Stück Single-Jersey dafür zu opfern. Das angepeilte Stück war gerade groß genug, und ich konnte sogar erfolgreich die fehlerhaften Stellen aussparen. Ich mag es ja, wenn ich die paar Restschnipsel ohne Reue wegwerfen kann, weil man da bestimmt nichts sinnvolles mehr draus machen kann, Schnitt und Stoffstück waren also quasi wie füreinander geschaffen.

Der Schnitt sieht zwar bi-elastischen Jersey vor, aber das bisschen Elastizität, das der Single-Jersey zu bieten hatte, reichte meiner Meinung nach aus, das Shirt ist ja weder super eng noch sonstwie so geschnitten, dass das wirklich notwendig wäre, da etwas wirklich elastisches zu verarbeiten.


Ich mag irgendwie diesen leicht schlampigen Look.
Der Schnitt ist auf jeden Fall ganz witzig, und wenn man den Zipfel nach außen drapiert, dann sieht es ein wenig so aus, als wenn einem gleich ein Alien aus dem Bauch bricht ... *augenroll*


Änderungen waren nicht allzu viele nötig, Länge habe ich zugegeben (Das Teil ist wirklich sehr kurz, vor allen Dingen hinten!) und über der Brust noch mal 4 cm Mehrweite eingearbeitet. Mit Brustabnähern muss man sich bei diesem Schnitt nicht herumschlagen, die verschwinden quasi im Büddel überm Bauch.
Ansonsten habe ich den Halsausschnitt ordentlich eingefasst, und nicht mit einer offenen Kante nach außen, das hätte ich unordentlich gefunden. Dazu sollte man nur rechtzeitig daran denken, dass man den Einfassstreifen 4 cm breit zuschneidet, und nicht nur 2 cm wie in der Anleitung angegeben. Die Bändigung des Jersey, der sich fiese einrollte, geschah mit einer Dose Sprühstärke und dem Bügeleisen. Genadenlos platt machen, das erleichtert die Arbeit ungemein, kann ich wärmstens empfehlen.

Donnerstag, 6. Februar 2014

Noch mehr Experimente! Burda NR. 111-012014-DL

Es ist zwar schon Februar, aber ich bin mit der Januar-Burda noch nicht ganz durch gewesen. Das Shirt vom Titelblatt hatte ich ja schon genäht, aber die Hose sah auch interessant aus.

Zu meiner nicht unbeträchtlichen Überraschung war die aber, im Gegensatz zum Shirt, nur in Kurzgröße vorhanden. Also war Experiment Nr. 1 fällig, das Schnittmuster aus Kurzgröße für meine 1,86m Körpergröße umändern. Da ich sehr skeptisch war, ob das so hinhaut wie es soll, war erst mal eine Probehose fällig. Und siehe da, 3 cm in der Sitzhöhe und je 4 cm in Oberschenkel- und Unterschenkelhöhe einzufügen reichte schon aus, um das Schnittmuster für mich tragbar zu machen. Vorne konnte ich aber wieder noch ein kleines Stück (ca. 1 cm) unterm Bund wieder zur Seite verlaufend hin wegnehmen, hinten waren die 3 cm aber genau richtig.

Experiment Nr. 2 war die Verarbeitung des dünnen Stretch-Kunstleders. Auch das ist gut gelungen, war aber nicht ganz einfach. Ich habe eine Stretch-Nadel genommen, das ging problemlos und ohne Fehlstiche. Und für die Absteppungen auf der Kunstlederoberseite habe ich den Obertransport meiner Nähmaschine zum Einsatz gebracht. Das war auch nötig, das Zeug hat sich etwas klebrig verarbeiten lassen, und dadurch, dass es einen Stretchanteil hat, hätte es sich selbst mit dem Rollfuß unangenehm gedehnt.

Teil 3 des Experiments war, ob mir das Ding im Endeffekt überhaupt steht, es ist ja schon ein etwas anderer Stil als ich den sonst tragen würde.
Aber seht selbst:




Das Kunstleder ist natürlich nicht so geschmeidig wie es Stoff sein könnte, deshalb wirft es leichte Falten. Stört mich allerdings nicht besonders. Von hinten ist die Hose aus Romanitjersey, der genau wie das Kunstleder querelastisch ist. Das macht die Hose sehr bequem. Ich habe sie heute schon mal im Büro probegetragen (nein, nicht mit *den* Schuhen). Auch nach einem ganzen Arbeitstag hat der Romanit nicht nachgegeben und entgegen meiner Befürchtung hat da nichts gebeutelt. 
Da das alles so stretchig ist, habe ich den Bund mit 2 Lagen festen Baumwollstoffs verstärkt, dessen eine Lage ich mit Vlieseline bebügelt hatte. Die wollte ich nämlich nicht auf das Kunstleder aufbügeln, da ich die Befürchtung hatte, dass das dann anfängt zu schmelzen oder sonstwie in Mitleidenschaft gezogen würde. Die Lagen Baumwollstoff und Vlieseline habe ich dann in mehreren parallelen Nähten mit der Bundinnenseite versteppt. So hat die Angelegenheit genug halt und leiert nicht.

Ich würde mal sagen, Experiment gelungen.  Das Kunstleder ist ein kleines bisschen raschelig wenn man geht, aber das hört man wahrscheinlich nur, wenn man in leisen Innenräumen unterwegs ist.

Mittwoch, 22. Januar 2014

Ein Experiment - Burda 6926-V

Manchmal muss man einfach mal der Versuchung nachgeben und etwas untypisches ausprobieren. 

In diesem Fall war die Versuchung ein Jersey in Jeans-Optik, der mir "Jeggins!" zurief. Und das mir, wo ich die gängigen Jeggins bisher eigentlich immer zum Würgen befunden habe. Aber die Versuchung ... der Stoff ist ja so witzig ... und man kann ja mal probieren, ob das nicht besser geht ... und Burda wedelte gerade auch noch mit dem passenden Schnitt NR. 6926-V herum ... na gut, überredet!

Den Schnitt habe ich dahingehend geändert, dass er ab Knie nicht mehr diese gräusliche Leggins-Form hat, sondern eher wie ein richtiges Hosenbein aussieht, mit einem Wort, ich habe ihn da einfach weiter gemacht. Und ich habe das Hosenbein auch um ca. 15 (!!) cm verlängert (normal-lange Menschen kommen wahrscheinlich auch mit 10 cm hin). Wenn man nämlich ein weiteres Hosenbein hat, kann sich der Stretch am Unterschenkel nicht mehr lang ziehen und man hätte sonst eine Hochwasserhose.


Den Praxistest hat das Teil heute schon bestanden: Auf der Arbeit hat mich keiner gefragt, warum ich keine Hose anhätte. 

Beim Nähen konnte meine tolle neue Babylock Desire 3 ganz und gar brillieren. Die Hose ist mit dem 4-Faden-Stretch-Stich genäht, und die Absteppungen sind mit dem breiten Coverstich ausgeführt. Ich war ja zuerst skeptisch, ob die Maschine das dicke Ziergarn als Nadelfäden verkraftet, aber außer, dass ich die Fadenspannung auf knackige 9 stellen musste, gab es da gar kein Problem. Der Coverstich macht die Sache auch schön elastisch, was ich mit einer Absteppung auf der Nähmaschine natürlich nie hingekriegt hätte.

Fazit: Es geht also wirklich etwas besser. Und es ist saubequem. (Aber muss man den Schnitt wirklich bis Gr. 48 anbieten? Bei aller Bequemlichkeit, das wird ja irgendwann auch mal ein bisschen unvorteilhaft ...)