Donnerstag, 9. Mai 2013

Der Kleiderschrank ist ja immer noch voll ...

Ich habe nach dem Burda-Schnittmuster 135-042013-DL aus Heft 04/2013 jetzt auch noch eine Anzughose für den Liebsten gemacht. Da der Schnitt von vornherein in Langgröße vorhanden war, habe ich mir einfach alle sonst nötigen Änderungen gespart (ich habe allerdings noch Gürtelschlaufen zugefügt). Zu dem Schnitt ist anzumerken, dass er am Bund relativ eng ist, dafür sind die Beine eher weit geschnitten. Und dass die Beine irrsinnig lang ausfallen. Ich habe den Schnitt in der Länge tatsächlich um 3 cm kürzen müssen. Bei normalem Sitz des Bundes. Kann natürlich sein, dass der Schnitt eigentlich so gedacht ist, dass man ihn unter die Achseln ziehen soll, weiß man's  ... *grusel*

Hier nun mal die Bilder vom Ergebnis:




Der Stoff ist ein eher günstiger bi-stretch-Gabardine von stoffe.de

Alles in allem bin ich mit dem Ergebnis schon sehr zufrieden. Immerhin ist es die erste eher formelle Herrenhose, die ich in diesem Leben gemacht habe. Und das auch noch ganz ohne Probemodell. Monsieur, genauso wie ich anscheinend auch, scheinen einfach einen Burda-Standard-Hintern zu haben.




Montag, 6. Mai 2013

Wir basteln ein Schnittmuster für kniehohe Gamaschen

Es gibt eine ganz einfache Möglichkeit, Körperteile zum Erstellen von Schnittmustern abzuformen. In diesem Fall möchte ich ein Paar kniehohe Gamaschen machen.

Dazu nimmt man einfach eine Rolle Frischhaltefolie. Und das abzuformende Körperteil (man sollte es dazu tunlichst nicht vom restlichen Körper entfernen). Und dann wickelt man fröhlich in etlichen Lagen mit der Folie vor sich hin:


Eingeplante Nahtlinien, vordere und hintere Mitte, und was einem sonst noch wichtiges einfällt sollte man jetzt mit wasserfestem Filzschreiber auf die Folie malen. 
Anschliessend kann man das Foliengebilde vorsichtig entlang einer der Nahtlinien aufschneiden und vom Bein entfernen:


Am vorderen Teil über dem Fuß habe ich noch ein wenig nachgearbeitet, das erschien mir von der Form her zu steil weil es sich an dieser Stelle nicht allzu gut wickeln ließ, daher habe ich es dort aufgeschnitten, nochmal am Bein angepasst und dann etwas Baufolie mit Tesafilm untergeklebt. 
Das ganze Gebilde wird jetzt entlang der angezeichneten Nahtlinien aufgeschnitten. Im Idealfall besteht das Ganze dann aus planliegenden Teilen. Wenn dies nicht der Fall ist, muss man noch weitere Nahtlinien oder Abnäher einfügen. So auch in diesem Fall, da ich an der Innenseite keine Naht haben wollte, war es nötig, oben am Schaft einen Abnäher anzubringen. 
Die Teile werden jetzt auf festes Papier oder auf Baufolie kopiert, wobei man natürlich an solche Dinge wie einen Untertritt für einen Knopfverschluss oder ähnliches denken sollte, und können dann als Schnittmuster verwendet werden:


Sicherheitshalber werde ich aber ein Probemodell aus einem festen Stoffrest anfertigen, bevor ich das gute Kunstleder anschneide. Fortsetzung folgt demnächst.

Sonntag, 5. Mai 2013

5. German Raveler Meeting 17. und 18.08.2013 in Köln

In eigener Sache möchte ich hier auf das 5. German Raveler Meeting hinweisen, dass am 17. und 18.08.2013 in Köln im Sport- und Olympiamuseum stattfinden wird:

http://wollfestival.wordpress.com/


Auch dieses Jahr werde ich wieder mit Susanne zusammen 2 Strickmaschinenkurse anbieten, der erste findet am Samstag von 11:15 bis 13:15 statt:

http://wollfestival.wordpress.com/workshops/strickmaschine-knauel-dran-pulli-fertig/

in diesem Kurs soll die Strickmaschine ganz allgemein vorgestellt werden, für Leute, die vielleicht gar nicht wissen, was man da so erwarten kann, oder welche, die vielleicht eine Maschine auf Omas Dachboden entdeckt haben, und jetzt wissen wollen, was sie damit vielleicht noch anfangen können.

Der zweite Kurs findet am Sonntag von 13:30 bis 15:30 statt:

http://wollfestival.wordpress.com/workshops/kurs-nr-21-strickmaschine-muster-stricken-sonntag-1330-1530/

Hier sollen eher diejenigen angesprochen werden, die bereits erste Erfahrungen mit dem Maschinestricken gesammelt haben. Der Inhalt ist recht offen gehalten, bei Interesse führen wir Sockenstricken vor und wie man gestricktes mit einer italienischen Blende versehen kann, es soll aber auch genügend Raum für Fragen der Teilnehmenden bleiben, sei es für stricktechnische oder auch maschinentechnische Fragen, die wir natürlich gerne beantworten, sofern es in unserer Macht liegt.

Es würde mich freuen, wenn ich Euch dort begrüßen könnte.

Sonntag, 28. April 2013

Burda 04/2013 - Herrenmode

Da der werte Herr an meiner Seite auch mit ein wenig steampunkig angehauchter Kleidung ausgestattet werden sollte, kam mir die Burda 04/2013 gerade recht. Da fanden sich tatsächlich mal Herrenschnitte in langen Größen drin. Genau das, was ich gerade brauchte.

Als erstes habe ich mir das Hemd Nr. 138 geschnappt. Anhand der Größentabelle habe ich allerdings den Kragen etwas vergrößert um den Betrag, den die gemessene Halsweite von der Halsweite der Maßtabelle abwich. War aber leider ein Fehler. Der Kragen ist zu meinem Ungemach eher halsfern und leger konstruiert gewesen, daher ist er jetzt zu weit. Naja, kann man notfalls noch mit leben, besser als zu eng *würg*. (und wenn mir noch ein günstiger Batist über den Weg läuft, kann ich ja noch ein Hemd machen).
Als nächstes war ich dann an der Weste Nr. 136 dran. Da ich die so ein wenig langweilig fand, habe ich noch einen Schalkragen drankonstruiert. Nun sieht sie so richtig schön halbseiden und unsolide aus, genau wie ich das vor meinem inneren Auge hatte, immerhin war meine Inspiration direkt vom Pokertisch eines Saloons entsprungen. War gar nicht so einfach, einen entsprechenden Stoff zu finden ...

Hier also nun ein Bild davon:


Ich bin ganz zufrieden mit dem Ergebnis.  Und die Foto-Pose ist auch gut gelungen. *gg*
Nun eine andere Hose und Gamaschen dazu, noch eine Taschenuhr dran, dann ist das Kostüm auch gleich fertig.

einfache Filzpuschen auf dem Grobstricker, Gr. 42/43

Auf speziellen Wunsch eines einzelnen Herren habe ich noch mal ein Paar Filzpuschen gestrickt, das alte Paar war durch. Ebenfalls auf Wunsch dieses Herren sind die Puschen hinten offen.
Weil ich faul bin, habe ich mir gedacht, ich mache das mal auf dem Grobstricker. Für andere Faule schreibe ich hier mal kurz die Anleitung auf:

Die Puschen sind entstanden auf einer Brother KH260/KR260. Beim Garn handelt es sich um 150g Filzgarn von Aldi, Lauflänge 50m/50g, die Maschenweite war 10.



Häkelanschlag über 8 Maschen, man fängt von rechts aus zu stricken an, in der 3. 6. und 10 Reihe auf jeder Seite je 1 Masche zunehmen (14 M). Dann in jeder zweiten Reihe beidseitig 1 Masche zunehmen bis zur 20 R (man hat da dann 24 Maschen in Arbeit). Die nächsten Zunahmen in den Reihen 24, 28, 30, 32, 34 (bis hier insgesamt 34 Maschen). Dann werden in Reihe 36 und 38 beidseitig je 2 Maschen zugenommen.
Man hat dann nach 38 Reihen 42 Maschen auf der Maschine und strickt noch eine Reihe (Schlitten steht links). Dann wird zum Rundstricken umgehängt, die linken äußeren 10 Maschen und die rechten äußeren 11 Maschen werden auf das vorderen Nadelbett gehängt (für den zweiten Puschen später die linken 11 und die rechten 10 Maschen).

Wenn man das ohne sich die Finger zu brechen bewerkstelligt hat, dann strickt man die zweite Hälfte der Maschen am Doppelbett per Hand ab, damit man das Garn zum Weiterstricken in den Schlitten einfädeln kann, den man dafür auf die rechte Seite gebracht hat. Dann stellt man den Hauptschlitten so ein, dass die rechte Part Taste gedrückt ist und am Doppelbettschlitten schiebt man die linke Parttaste hoch.

So strickt man nun 29 Runden (->58 Reihen auf dem Reihenzähler). Dann beginnen die Abnahmen: Dazu in jeder Runde mit dem Zweierdecker auf beiden Seiten die äußeren Maschen an Haupt- und Doppelbett eine Position nach innen umhängen. Dies macht man solange, bis nur noch je 3 Maschen auf dem Hauptbett und auf dem Doppelbett sind. Dann zieht man das Garn durch die verbliebenen Maschen durch und vernäht es.
Dann häkelt man noch eine Reihe Kettmaschen und eine Reihe feste Maschen um den Einstieg und vernäht alle noch verbleibenden Fäden.

Anschliessend wandern die Puschen mit zwei Jeans oder ein paar Handtüchern oder einigen Tennisbällen bei  40°C im Buntwaschgang in die Maschine. Danach sollte man sie ordentlich in Form ziehen und trocknen lassen. Um zu vermeiden, dass man das alles in zwei Monaten schon wieder machen muss, empfiehlt es sich, die Sohle sorgfältig mit Latex zu bestreichen, am besten in 3 Schichten, wobei man die einzelnen Schichten jeweils 12 Stunden trocknen lassen sollte, bevor man eine weitere Schicht aufträgt.

Freitag, 29. März 2013

Mein Kleiderschrank ist voll - den nächsten bitte!

Nachdem mein Kleiderschrank jetzt tatsächlich ziemlich voll ist, und ich derzeit keinen Antrieb habe, etwas für mich zu machen, dachte ich mir, ich beglücke mal den besten aller Männer. Irgendjemand hatte nämlich überaus fahrlässig auf www.hobbyschneiderin24.net den Burda-Herrenhosenschnitt NR. 129-042010-DL erwähnt, der wie gemacht für den meinigen aussah. Und tatsächlich, er sagte ihm dann auch zu, mit minimalen Änderungswünschen. Die vorderen Taschen sollten bitte ganz normale Hüftpassentaschen und auch etwas tiefer werden. Und die seitlichen Beintaschen dafür ein wenig schmaler, wie nach eingehender Prüfung am Ikea-Bomull-Probemodell festgestellt wurde.

Es waren lustigerweise fast die gleichen Änderungen durchzuführen, als wenn ich einen Burda-Hosenschnitt für mich mache, aber wen wunderts, wir sind ja beide reichlich lang geraten. 2 Zentimeter in der Leibhöhe kamen dazu (das nächste mal doch vielleicht 2.5cm, mal sehen), und die Beine wurde 2 Zentimeter über dem Knie und 3 Zentimeter unter dem Knie verlängert. Ansonsten ist es der Hosenschnitt in Gr. 50 gewesen, den ich gemacht habe. Allfällige Änderungen an der Gesäßkurve wurden dann am lebenden Objekt abgesteckt. Man sollte aber auch schön aufpassen, dass man die Hose nicht an der Unterbüx festpinnt ... *gg*

Hier dann mal die Bilder:




Ich denke mal, damit kann man auf die Straße, wenn das Wetter jemals wieder weniger winterlich wird. Und auf jeden Fall hat es mir Spaß gemacht, mal für jemanden anderes etwas zu machen. Und das Abstecken ist ja auch gleich viel bequemer, wenn man sich nicht so verrenken muss. Auch wenn ich jedesmal gedacht habe, der arme Mann, jetzt muss ich ihn schon wieder mit 'ner Anprobe belatschern. Aber er hat es stoisch ertragen. Und scheint auch mit dem Endergebnis recht zufrieden. 

Hat jemand den Stoff erkannt? Der ist in der Tat noch von meinem Steampunk-Rock übriggeblieben! Da habe ich derart reichlich Stoff gekauft, es ist immer noch etwas davon da. Ich weiß nicht, was ich da an Mengen ausgerechnet hatte, das war aber wohl irgendwie schwer fehlgeleitet. Naja, lieber zu viel als zu wenig. Und wird ja auch nicht schlecht.

Der Hosenschnitt ist im Sommer auch bestimmt noch mal für eine 3/4-Hose gut, aus Popeline vielleicht. Das spart dann die alljährliche Jagd nach solchen Hosen, die lang genug sind, um nicht rausgewachsen auszusehen.



Dienstag, 19. März 2013

Hurra, ich lebe noch ...

Es gibt zwar keinen Grund, warum ich nicht mehr leben sollte, aber ich habe mich ja in den letzten Wochen derart rar gemacht ... Es war anderenorts soviel zu tun, dass mir einfach die Energie gefehlt hat, ein paar nette Handarbeiten zu erzeugen.

Aber jetzt! Ich habe tatsächlich etwas fertig gestrickt! (ich muss mir also ein neues Mitnahmeprojekt suchen)

Es handelt sich um das Tuch Kleio von Romi Hill:



Das Tuch ist relativ unspektakulär zu stricken, zumal der erste Teil einfach kraus rechts gestrickt wird. Eine Herausforderung sind die Flechtborten. Die erfordern gute Nerven, da in der Hinreihe die Garne in eine Richtung verdreht werden, in der Rückreihe dann in die andere Richtung entdreht. Wie das bei gut 600 Maschen abläuft kann man sich in seinen Albträumen ausmalen, zumal das Single-Garn bei jeder Verdrehung Drall verliert und nachher wirklich sehr fragil ist. Aber ich habe es ja dann doch geschafft. Eine weitere Geduldsprobe war die Randborte. Man muss nur 279 mal die Reihen 3-6 wiederholen, schon ist man fertig. *arghl*. Glücklicherweise hat man das Muster in kürzester Zeit für immer und ewig im Hirn gespeichert, dann geht das verhältnismäßig flott zu stricken. Aber es dauert natürlich immer noch diverse Stunden. 

Das fertige Tuch ist sehr lang und dafür recht schmal, aber man kann es sehr schön um den Hals oder um die Schultern drapieren. Und ich glaube, es wird hervorragend farblich zu dem Mantel aus der September-Burda 2010 passen. 

Das Garn ist übrigens Tosh Merino light von Madeline Tosh, es war das Geschenk einer lieben Strickfreundin, bei der ich mich hiermit nochmal herzlich bedanken möchte. Ich brauche ja immer eine ganze Weile, um bei derart erlesenen Garnen dann auch das wirklich passende Strickmuster zu finden. Aber das ist mir hier ganz gut gelungen, finde ich