Sonntag, 17. Juli 2011

Taschen-Alarm!

Man kann ja auch schöne Taschen nähen ...

Einer meiner absoluten Favoriten ist die Larue-Bag, die aus "Der Teufel trägt Prada" bekannt sein könnte:


Ich wollte aber auch mal eine Tasche machen, die nicht so beutelig ist, und auch vernünftig verschließbar. Bloß wie genau soll sie werden? Eine kurze Recherche war fällig. Es ist wirklich erstaunlich, wieviele Myriarden verschiedener Taschenformen es gibt. Nachdem ich eine gefühlte Ewigkeit auf dem Design rumgedacht habe, ist dann das dabei rausgekommen:

Damit man nicht so ewig wühlen muss, wenn man an schnell an seine Sachen will, habe ich hinten noch eine Reißverschlusstasche eingebaut:

Das Material ist ein Wildlederimitat aus der Möbelstoff-Ecke der Stofferia. Zum Verstärken habe ich Decovil I genommen, der Boden ist aus einem biegsamen Ikea-Schneidebrett. In den Henkeln steckt ein 8mm Seil aus dem Bootsbedarf. Der Verschluss ist eine Gürtelschnalle. Und in dem Quergurt stecken Bodentücher von Aldi.  Ich finde sie klasse, und hoffe, dass das jetzt nicht nur der Ikea-Effekt ist

Freitag, 15. Juli 2011

Auf Safari

Passend zu der einen Chino-Hose, die ich neulich gemacht hatte, wollte ich gerne noch ein passendes Oberteil haben. Da traf es sich ganz gut, dass ein Kollege, der nach Hamburg zu einem Kunden musste, mich fragte, ob er nicht etwas von der Wollfabrik mitbringen sollte. Hab ich nicht nette Kollegen? Ich hatte ihm dann auch einen Zettel fertig gemacht, was ich haben wollte. Leider ergab es sich, wie so oft, dass das, was ich wollte, nicht mehr vorrätig war. Mein Kollege rief mich daraufhin aus der Wollfabrik an, und ich versuchte ihm zu beschreiben, was ich gerne haben wollte. Die Fragezeichen konnte ich fast durchs Telefon sehen ... Ich habe es dann noch mal einer sehr netten Verkäuferin der Wollfabrik beschrieben. Die hat mich wenigstens verstanden. Und das Garn, das mich dann erreichte passt ganz wunderbar zu der Hose, was mich dafür, dass die Auswahl rein telefonisch erfolgte, echt begeistert hat. Es ist übrigens 50/50% Baumwolle/Seide. Und gemacht habe ich daraus ein Twinset.



 Es trägt sich sehr schön, schrägelt aber ein wenig, was nicht ungewöhnlich für gefachte Baumwollgarne ist. Es hält sich aber glücklicherweise in Grenzen. Der Schnitt des Tops ist noch einmal angelehnt an das "Captain-Picard"-Shirt. Diesmal sind die Schulterpartien aber jeweils separate Schnittteile. Das Strickmuster ist ein Feinlochmuster, das im Speicher der KH940 zu finden ist. Ich habe es gewählt, weil mich die Struktur an Baumrinde erinnert hat, was ganz gut zu dem angestrebten Safari-Look passte, wie ich finde.

Dienstag, 5. Juli 2011

Ein Sport-BH selbstgemacht

Ich bin ein bisschen hysterisch, was Sport und Bügel-BHs angeht. Nicht, daß ich mal kopfüber vom Rad fliege und mich mit den Bügeln aufspieße ... (Irgendwann habe ich mal einen Film gesehen, so jemand ein Loch im Brustkorb hatte und das ganz fies immer beim Atmen gepfiffen hat *wuha*). Deswegen habe ich mich mal dran gemacht und einen Sport-BH für mich genäht. Grundlage der ganzen Angelegenheit war der Schnitt Ezi Sew 104, der eigentlich für einen Zauberkreuz-BH ist. Den hatte ich mir in zwei Anläufen angepasst und dann den Schnitt nach meinen Vorstellungen umgewandelt:


rechts sieht man die angepassten Zauberkreuz-Schnitteile, links die vom Sport-BH. Kurz gesagt, ich habe einfach das Mittelstück an Ober und Untercup drangeschnitten, dann den Obercup zur Mitte hin stark erhöht und die Mittellinie etwas schräg gestellt, damit die Dekolleté-Kante nicht zu lang wird. Dann noch die untere Kante etwas tiefer gezogen damit das sehr breite Unterbrustband Platz findet und dann noch den Trägeransatz verbreitert.

Gearbeitet habe ich das ganze aus einem halbwegs festen Lycra, den ich aber komplett mit Powernet unterfüttert habe.


Als erstes werden die Cups so zusammengenäht, dass die  Nahtzugaben zwischen den Stofflagen liegen und die Cups auch von innen schön aussehen:


dann werden die Cups links auf links (!) zusammengenäht, die Nahtzugaben liegen also außen. 

dann kommen die Seitenteile dran, auch so, dass die Nahtzugaben innen liegen:


Die Nähte werden alle noch schön zurückgeschnitten und von außen abgesteppt, und schon sieht es fast wie ein BH aus.

 Ich habe innen noch etwas festen Tüll mit Zickzackstichen auf dem Mittelstückbereich befestigt, aber das ist wahrscheinlich nicht wirklich nötig. 

Dann werden die Gummis an der Armkante angebracht, in diesem Fall ist das Unterbrustband 12 mm breit mit 20 % Dehnung.


Jetzt ist es Zeit für die Träger. Ich habe Laminat mit dem Oberstoff bezogen und zweimal abgesteppt. Das ist immer noch leicht dehnbar und gut gepolstert. Und hat sich in der Zwischenzeit auch schon als sehr bequem erwiesen. 


Die Träger werden dann am BH befestigt.


Und dann kommt noch Trägergummi zum Einsatz. Und zwar in 2 Partien mit Zickzackstich am Dekolleté und über die eigentlichen Träger. Im Dekolletébereich wird es mit leichtem Zug angenäht, über den Trägern ganz ohne Zug.


Weil die Mittelnaht jetzt noch so schäbig aussieht, kommt dort auch Trägergummi drüber, hier auch ohne Zug:


Jetzt noch das Unterbrustgummi, hier 24 mm breit mit 20% Dehnung angenäht:


Noch die Träger hinten befestigen (Achtung, genau ausmessen, die sind ja nicht verstellbar und wenn die zu kurz sind, hat man verloren!). Und dann noch den Verschluss dran. Fertig.

Er ist schon erprobt und für gut befunden worden. Bauartbedingt macht er natürlich einen etwas platten Busen, aber das ist für den Anwendungszweck ja gar nicht mal verkehrt. 

Mal sehen, vielleicht mache ich irgendwann auch noch mal einen mit Ringerrücken.