Montag, 26. September 2011

Jacke zur Hose. Fertig.

So, nun ist auch die Jacke aus dem Hosenstoff fertig geworden. Hurra. Der Stoff ist relativ problematisch gewesen, da er sehr fliessend ist und das die Verarbeitung zu einer eher formalen und strengen Jacke nicht unbedingt erleichtert hat. Und das Fotografieren auf der Puppe war auch eine Herausforderung. Man zuppelt sich zwar einen zurecht, aber so ganz glatt und faltenfrei sitzt das irgendwie nie. Die Puppe hat einen dickeren Hintern als ich, und ist obenrum schon ein wenig eingefallen und hat natürlich keine Arme. Naja, an mir selber gefiel es mir dann glücklicherweise ganz gut, in Ermangelung des Haus- und Hoffotografen liess es sich aber nicht ablichten.




Ich mag die Revers-Lösung gerne, die ist mal was anderes. Die Knöpfe waren übrigens unsäglich teuer (relativ gesehen, die 4 Knöpfe haben mehr gekostet als 1 Meter des Oberstoffs). Und man kann sie leider auf den Bildern gar nicht so recht erkennen. Schade. 

Ich kenne eine Firma, wo ich mit der Jacke gut reinpassen würde ... *gg* Bei mir im Büro würden sich die Leute wohl eher erschrecken, wenn ich an einem normalen Arbeitstag damit auftauchte, und wahrscheinlich würden sie munkeln, dass ich zu einem Vorstellungsgespräch wolle.

Es ist auf jeden Fall noch genügend Stoff für einen Rock da. Mal sehen, ob der auch noch für meinen Lieblingsrockschnitt langt, der braucht ein bisschen mehr als ein einfacher schmaler Rock. Das dann demnächst in diesem Theater ...

Freitag, 23. September 2011

Mantel Burda 118-092010-DL

Hier nun endlich die Bilder vom Mantel. Ich finde den Schnitt ziemlich gut und habe ihn nur wenig geändert. An der vorderen Länge habe zwischen Brust und Taille keilförmig von der gedachten Seitennaht 3 Zentimeter zugegeben, quasi als FBA. Die Saumlänge hat zusätzlich rundum 4 Zentimeter dazu gekriegt. Dafür waren die Ärmel aber sehr lang und sind 2 Zentimeter gekürzt worden. Die Taschenbeutel habe ich auch vergrössert, damit man seine Hände schön darin vergraben kann. Von diesen passformbedingten Änderungen abgesehen, habe ich die Reißverschlüsse an den Taschen weggelassen, eine zusätzliche Innnentasche eingefügt und anstatt des Druckknopfes am Kragen einen schönen Zierknopf und dazugehöriges Knopfloch angebracht.

 








Verwendet habe ich einen Wollflausch von www.stoffkontor.eu, der im Original natürlich nicht so fleckig ist, wie er da oben auf den Bildern unglücklicherweise teils aussieht. Der gelieferte Stoff hatte leider einen großen Webfehler, nämlich ein Loch von fast 5 cm Durchmesser und zusätzlich in dem Bereich ein paar dünnere Stellen, die man bei Betrachtung gegen das Licht sehen konnte. Es wird in dem Laden aber immer derart reichlich abgeschnitten, dass ich das sehr gut ausgleichen konnte. 3 m bestellt, 4,2 m erhalten, nach der gnadenlosen Waschrunde im Wollwaschprogramm (ja, das kann der Stoff problemlos ab) waren es noch 3,9 m. Das reichte dicke. Exakt passenden Futterstoff und Garn habe ich mir auch gleich dort besorgt. Insgesamt also ein Laden, den man eher weiterempfehlen kann. 

Entgegen meinen Befürchtungen bei der ersten Anprobe ist der Mantel glücklicherweise doch kein formloser Sack. Er ist aber natürlich vom Schnitt her eher weit und leger, und die überschnittenen Schultern tragen definitv auch sehr stark dazu bei, dass der Sitz sehr locker ist. Der asymetrische Schnitt verleiht der Angelegenheit aber das gewisse Extra, so dass man den Mantel gut tragen kann, ohne sich trutschig vorzukommen.



Donnerstag, 15. September 2011

Fixier Dich frei - hab Spaß dabei

Nee, Spaß macht das gewisslich nicht. Ich bin echt am überlegen, ob ich das nächste Mal lieber eine Bügelpresse oder einen Kasten Bier als Hilfsmittel hätte!

Nichtsdestoweniger, nach nicht mal 3 Stunden war die Einlage zugeschnitten und aufgebügelt.

Man kann schon ein wenig erkennen, wie das "Revers", na jedenfalls das nicht umgeklappte, ungefähr aussehen wird. Und man beachte den Plack, der verhindern soll, dass die Jacke an der hohlen Stelle zwischen Schulter und Busen einfällt. Es ist Vlieseline M12, ohne Nahtzugabe zugeschnitten und mit Vlieseline H410 im schrägen Fadenlauf auf dem Vorderteil fixiert. Ein alter Trick der Zeitschrift neue Mode (so lange, wie es die nicht mehr gibt *muss* das ein alter Trick sein ...)

Dienstag, 13. September 2011

Jacke wie Hose - It's bürzel-time!

In der Zwischenzeit ist ein ganzer Wintermantel entstanden, aber das Wetter war zu düster, um den vernünftig photographieren zu können. Also gibt es den erst später.
Dafür gibt es jetzt aber die ersten Zwischenergebnisse zur Jacke zur Hose von neulich. Die Art des Schnitts war mir relativ schnell klar, ich hatte bei "Charme und Anmut" (oder "chic asocial" wie die Engländer sagen) eine Jacke gesehen, deren Schnitt mir ganz nett erschien (wie tief kann man sinken ...). Lustigerweise ist jetzt gerade bei den Burda-Schnitten eine Jacke dabei, die die gleiche "Revers-Lösung" hat. In Anführungszeichen, weil es kein wirkliches umgeschlagenes Revers ist.  Da es die Jacke dort aber ohnehin nur in Kurzgröße gibt, und mir die anderen Details auch nicht übertrieben zusagen, kam ich um das selber konstruieren wieder nicht herum. Grundlage ist einmal mehr der Schnitt nach Müller und Sohn, nach dem bereits die Chaneljacke und die Militärjacke entstanden sind. Ich bin immer ganz entzückt darüber, was man aus einem Grundschnitt für verschiedene Schnittabwandlungen machen kann.
Da ich derzeit auf der Arbeit ein bisschen mehr zu tun habe, lasse ich mir Zeit mit der Umsetzung. Den fummeligsten Teil habe ich aber gleich als erstes gemacht. So kann der mich im weiteren Verlauf nicht mehr bremsen.





Die Jacke kriegt ein Schößchen mit einer dreifachen Kellerfalte hinten (warum tu ich mir so etwas nur wieder an??? Das Bürzelteil ist auch noch komplett gefüttert.). Ich habe das aber schon einmal für eine Jacke gemacht, und ich mag den Effekt wirklich gerne. Macht eine relativ streng geschnittene Jacke gleich den entscheidenden Tick weiblicher.
Der Rest der ganzen Angelegenheit ist noch nicht einmal zugeschnitten. Wenn ich nicht derzeit regelmässig nach dem Abendessen auf dem Sofa entschlafen würde, ginge das alles bestimmt viel schneller ... Ich hoffe, dass ich den Zuschnitt und das Bebügeln mit Vlieseline bis Freitag abend hinkriege, damit in meinem Zuschneidezimmer (vulgo Küche) bis Samstag wieder klar Schiff ist und ich den ganzen Kram nicht einmal komplett hin und her räumen muss. Aber es hetzt mich ja keiner. Die traditionelle sonntagliche Nähsession wird ohnehin dem Stoffmarkt geopfert (jippiejaje!), es ist also keine Eile.