Freitag, 23. Mai 2014

Schnittänderung "Meine Nähmode" 03/2014 Modell 54-56

In der Zeitschrift meine Nähmode 03/2014 war ein Bild von einem Shirt drin, das bei hobbyschneiderin24 so einigen gefiel, leider war das Schnittmuster nicht im Heft.
Was allerdings drin war, war ein ähnlicher Schnitt, den ich mal so abgewandelt habe, dass das Ergebnis dem fehlenden Shirt wenigstens ähnelt.

Dieses Shirt hier war drin:

http://frieda-freude-eierkuchen.blogspot.de/2014/05/meine-nahmode-032014-modell-54.html

Das  besagte Bild im Heft zeigte aber ein Shirt, bei dem der Ausschnitt in der Mitte nur ein Schlitz war und nicht V-förmig.

Um das den bestehenden Schnitt in etwas ähnliches umzuarbeiten, habe ich erst mal die Nahtlinien in den Schnittteilen eingezeichnet, eingelegten Falten im Vorderteilschnitt mit Tesa fixiert und die Teile so zusammengelegt, wie sie zusammengehören:


Man sieht deutlich, dass in der Mitte zu wenig da ist, um nur einen Schlitz zu bilden. Daher wird erst mal ein Stück Folie hinter den Vorderteilschnitt geklebt und dort das fehlende Stück eingezeichnet in Verlängerung der vorderen Mitte:



In der vorderen Mitte wird dann später der Schlitz gearbeitet, so lang, wie der ursrprüngliche V-Ausschnitt tief war.

Wenn man jetzt den ursprünglichen Beleg auflegt, sieht man, dass der natürlich nicht mehr passt:



Daher kopiert man sich einfach die jetzige Form auf ein Stück Folie, hier sieht man den alten und den neuen Beleg im Vergleich und auch das inzwischen wieder aufgeklappte Vorderteil:



Jetzt muß man sich noch die Ausschnittblende vornehmen, hierzu wird sie erst mal so angelegt, wie sie an das Vorderteil gehört:




Es ist in diesem Fall das Schnittteil für die Außenseite, der Bequemlichkeit halber, weil dieses Teil größer ist und man darauf den neuen Verlauf einfach einzeichnen kann.
Der neue Verlauf soll jetzt bis an der unteren Blendenkante so eingezeichnet werden, dass die Kante dem Ausschnitt folgt. Kurz vor der "Querstrebe" macht man das Passzeichen, das markiert, bis wohin die untere Kante verstürzt wird. Der Verlauf der unteren Blendenkante wir einfach in einem halbwegs gefälligen Bogen bis zur vorderen Mitte weitergeführt.
Zur besseren Illustration hier mal ein Bild der bereits fertig genähten und gewendeten Blendenteil:



Die Zacken an der Unterkante sind da, wo das Passzeichen gemacht wurde, kurz vor den "Querstreben".
Ich habe die Blende hier aus einem identischen Innen- und Außenteil gefertigt, da sie im mittleren Bereich hauptsächlich vom Vorderteil verdeckt ist, habe ich die Raffung, die im Original enthalten ist, einfach wegfallen lassen.

Genäht wird das ganze Shir analog zu der Anleitung zu den Modellen 54-56.

Das Ergebnis sieht dann wie folgt aus:




Das ist zwar nicht genau das, was auf dem Bild vom "fehlenden" Shirt zu sehen ist, mir war es in diesem Fall aber ähnlich genug. Die Ausschnittblende wäre in dem fehlenden Modell kein extra Teil gewesen, aber dazu hätte ich den Schnitt komplett neu machen müssen und nicht einfach nur auf dem vorhandenen aufbauen können.

Vielleicht gibt diese kurze Darstellung meine Vorgehens ja der einen oder dem anderen eine Anregung, wie man so ein Schnittmuster nach eigenen Wünschen und Bedürfnissen umwurschteln kann.

1 Kommentar:

  1. Habe es mir gepinnt! Danke fürs Teilen. :)
    Deine Darstellung kann sogar ich, die ich oft so begriffsstutzig bin gut nachvollziehen.

    Für mich ist diese Version die Beste von allen Dreien!
    Den Knoten beim Burda-Shirt finde ich zu mickerig und den Ausschnitt beim original Shirt aus der März-Meine Nähmode finde ich irgendwie zu grob.

    AntwortenLöschen