Dienstag, 14. Januar 2014

Resteverwertung

Das neue Jahr ist ja schon 2 Wochen alt, da braucht ihr nicht denken, ich hätte in der Zwischenzeit gar nichts genäht ...

Da ich in letzter Zeit oft beim Sport bin, wollte ich mal eine passende Fleecejacke haben, die ich kurz für den Weg dahin überwerfen kann. Eine Fleecejacke, die ich für ganz billig Geld bei C&A gekauft hatte, passt nämlich leider gar nicht so recht, insgesamt viel zu kurz, die Ärmel sowieso. (Vielleicht sollte ich die einfach schlachten, die Reißverschlüsse würde ich für das Geld, das die Jacke gekostet hat, nicht im Kurzwarenladen kaufen können. Dieser Hintergedanke hat sie mich überhaupt erst kaufen lassen, obwohl sie so bescheiden saß).

Naja, lange Rede kurzer Sinn - ich hatte von hier noch genügend Fleece übrig, um zwei Jacken zu machen, der Online-Händler, bei dem ich das bestellt hatte ist immer nahezu überschwänglich mit den Mengen, die er abschneidet.

Die erste habe ich aus dem Burda Schnitt Nr. 105A-012010-DL gemacht, bei dem ich den Leib und die Ärmel etwas verlängert und die obligatorische FBA eingefügt habe. Ach ja, die Oberarme mussten auch noch ein wenig mehr Platz kriegen.


Dank der 3 Reißverschlüsse ist die Jacke tatsächlich teurer als die von C&A, obwohl mich der Stoff ja quasi als Rest aus einem anderen Projekt gar nichts mehr gekostet hat - die Arbeitszeit jetzt mal komplett außer Acht gelassen.  Es ist ein wenig verstörend, wenn man darüber nachdenkt, wer von den Jacken bei C&A noch alles Gewinn macht, wie gering müssen da die Produktionskosten sein?

Eine zweite Jacke habe ich aus dem Rest von dem pinkfarbenen Fleece gemacht. 


Hat es jemand erkannt? Es ist eine Abwandlung des Schnitts 1C aus der Burda Easy H/W 2013, aus dem ich hier schon einen Mantel gemacht hatte. Ich habe einfach den Schnitt auf die gewünschte Länge gebracht und einteilige Oberärmel verwendet. Die hatte ich schon für den Futterschnitt des Mantels gebastelt, da hätte ich die 4-teiligen Oberärmel nämlich etwas arg lästig gefunden. 

Das Nähen dieser Jacke war übrigens ein ganz schöner Krampf, dauernd Fehlstiche. Ich bin fast ausgeflippt, habe etliche Nadeln durchprobiert, nichts hat geholfen. Bis ich dann ein anderes Garn genommen habe. Das billige Overlockgarn, das ich verwendet hatte, war der Grund. Eine noch vorrätige Rolle Seralon von Amann in passender Farbe war die Rettung. Wer hätte das gedacht? Die blaue Jacke, obwohl auch mit preisgünstigem Toldi-Garn genäht, hatte nicht solchen Faxen gemacht.
Was mich auch ein wenig verblüfft hat war, dass das Fleece noch ganz schön penetrant gerochen hat, obwohl vorgewaschen und schon ein Weilchen hier im Schrank gelagert. Die Jacken lasse ich jetzt erst mal draußen hängen, damit der Geruch nach Erdölprodukt verfliegen kann. Erfahrungsgemäß verschwindet der aber glücklicherweise relativ zügig. Für Kindersachen hätte ich das Zeug aber trotzdem nicht verwenden wollen.

Aber wenigstens muss ich jetzt nicht mehr wie der letzte Mensch mit zu kurzen Ärmeln rumlaufen, wenn ich zum Sport gehe. Und Platz im Stoffschrank ist auch wieder.


Kommentare:

  1. Mir gefallen deine Jacken sehr gut. Ich kann mir vorstellen, dass du dich 1000 X besser in den passenden Jacken fühlst.
    Fleecestoff ist manchmal richtig widerwärtig zu nähen, bis man raus hat an was es liegt. Overlockgarn ist halt nicht immer das geeignete Nähgarn---aber, das muss ich dir "alten Nähhäsin" :-D))ja nicht erzählen.
    LG Ute

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    1. Danke sehr. Das Overlockgarn passte farblich so schön ... wer ahnt denn auch, dass es so zickig ist! So schlimme Fehlstiche habe ich tatsächlich noch nie gehabt, und ich nähe gut 30 Jahre.

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