Freitag, 24. Mai 2013

Der geschenkte Gaul - aka Zugluftdeflektor

Dank einer überaus grozügigen Garntransfusion von Frau Z. aus B. bin ich in den Besitz dieses Sommergarns aus Viskose und Leinen mit einem kleinen Schuß Poly für die Stabilität gelangt. Es handelt sich dabei um das Garn "Damask" von Rowan in der Farbe Lava (das sieht mir aber eher nach pinkfarbener Prinzessin-Lilifee-Lava aus), das in der Zwischenzeit allerdings nicht mehr hergestellt wird.

Wie das so ist ... man sieht es, mag es, nimmt es mit, es ist die falsche Jahreszeit, man packt es weg und vergisst es dann erst mal. Beim Frühjahrsputz habe ich dann mal in den ominösen Karton im Regal geschaut. Und war sehr freudig überrascht über den Schatz, der da auftauchte. Die Jahreszeit ist, zumindest kalendarisch, jetzt auch die richtige, und eine Verarbeitungs-Idee sprang mich dann glücklicherweise ebenfalls ziemlich umgehend an.

Auf der Arbeit sitze ich ein wenig ungünstig, so dass ständig Zugluft bei mir vorbeipfeift, wenn nebenan ein Fenster geöffnet ist. Und das ist es im Sommer fast immer. Ich friere dann immer so an den Oberarmen, selbst wenn draußen locker mehr als 20°C sind. Also habe ich gedacht, ich mache mir für den Fall einfach mal eine sommerliche Jacke, die meine armen Arme ein wenig vor der bösen Zugluft schützt.

Tadaaaa:



Und weil ich schon gerade am spendenverwerten war, habe ich auch gleich noch die  Schließe genommen, die ich letztes Jahr in meinem Ravelry-Kursleiter-Dankeschön-Knopfpaket hatte.

Damit nicht jemand auf die Idee kommt, die Schließe würde ohne weitere Anstrengungen solch ein Strickstück tatsächlich so verschlossen halten: Da ist noch ein klitzekleiner Knopf an der Blende, der nach innen geknöpft wird. Sonst würde die vordere Kante ständig klaffen.

Gestrickt habe ich übrigens mit MW 3.0 auf dem Mittelstricker, den ich lustigerweise auch Frau Z. zu verdanken habe. Damit ließ sich so ziemlich genau die angegebene Maschenprobe von 22 M auf 10cm erreichen. Nur die Bündchen sind kraus rechts von Hand gestrickt (NS 3.5). Den Schnitt habe ich schnell mit Designaknit zusammengeklöppelt, da ist weiter nichts an Designdetails dran, außer vielleicht den nach hinten abfallenden unteren Vorderkanten.

Und jetzt warte ich auf den Zug!

Mittwoch, 22. Mai 2013

So wahr!



(gefunden auf Memebase)

Da muss ich doch irgendwie an Naturphilosophie denken.

Donnerstag, 9. Mai 2013

Der Kleiderschrank ist ja immer noch voll ...

Ich habe nach dem Burda-Schnittmuster 135-042013-DL aus Heft 04/2013 jetzt auch noch eine Anzughose für den Liebsten gemacht. Da der Schnitt von vornherein in Langgröße vorhanden war, habe ich mir einfach alle sonst nötigen Änderungen gespart (ich habe allerdings noch Gürtelschlaufen zugefügt). Zu dem Schnitt ist anzumerken, dass er am Bund relativ eng ist, dafür sind die Beine eher weit geschnitten. Und dass die Beine irrsinnig lang ausfallen. Ich habe den Schnitt in der Länge tatsächlich um 3 cm kürzen müssen. Bei normalem Sitz des Bundes. Kann natürlich sein, dass der Schnitt eigentlich so gedacht ist, dass man ihn unter die Achseln ziehen soll, weiß man's  ... *grusel*

Hier nun mal die Bilder vom Ergebnis:





Der Stoff ist ein eher günstiger bi-stretch-Gabardine von stoffe.de

Alles in allem bin ich mit dem Ergebnis schon sehr zufrieden. Immerhin ist es die erste eher formelle Herrenhose, die ich in diesem Leben gemacht habe. Und das auch noch ganz ohne Probemodell. Monsieur, genauso wie ich anscheinend auch, scheinen einfach einen Burda-Standard-Hintern zu haben.




Montag, 6. Mai 2013

Wir basteln ein Schnittmuster für kniehohe Gamaschen

Es gibt eine ganz einfache Möglichkeit, Körperteile zum Erstellen von Schnittmustern abzuformen. In diesem Fall möchte ich ein Paar kniehohe Gamaschen machen.

Dazu nimmt man einfach eine Rolle Frischhaltefolie. Und das abzuformende Körperteil (man sollte es dazu tunlichst nicht vom restlichen Körper entfernen). Und dann wickelt man fröhlich in etlichen Lagen mit der Folie vor sich hin:


Eingeplante Nahtlinien, vordere und hintere Mitte, und was einem sonst noch wichtiges einfällt sollte man jetzt mit wasserfestem Filzschreiber auf die Folie malen. 
Anschliessend kann man das Foliengebilde vorsichtig entlang einer der Nahtlinien aufschneiden und vom Bein entfernen:



Am vorderen Teil über dem Fuß habe ich noch ein wenig nachgearbeitet, das erschien mir von der Form her zu steil weil es sich an dieser Stelle nicht allzu gut wickeln ließ, daher habe ich es dort aufgeschnitten, nochmal am Bein angepasst und dann etwas Baufolie mit Tesafilm untergeklebt. 
Das ganze Gebilde wird jetzt entlang der angezeichneten Nahtlinien aufgeschnitten. Im Idealfall besteht das Ganze dann aus planliegenden Teilen. Wenn dies nicht der Fall ist, muss man noch weitere Nahtlinien oder Abnäher einfügen. So auch in diesem Fall, da ich an der Innenseite keine Naht haben wollte, war es nötig, oben am Schaft einen Abnäher anzubringen. 
Die Teile werden jetzt auf festes Papier oder auf Baufolie kopiert, wobei man natürlich an solche Dinge wie einen Untertritt für einen Knopfverschluss oder ähnliches denken sollte, und können dann als Schnittmuster verwendet werden:



Sicherheitshalber werde ich aber ein Probemodell aus einem festen Stoffrest anfertigen, bevor ich das gute Kunstleder anschneide. Fortsetzung folgt demnächst.

Sonntag, 5. Mai 2013

5. German Raveler Meeting 17. und 18.08.2013 in Köln

In eigener Sache möchte ich hier auf das 5. German Raveler Meeting hinweisen, dass am 17. und 18.08.2013 in Köln im Sport- und Olympiamuseum stattfinden wird:

http://wollfestival.wordpress.com/


Auch dieses Jahr werde ich wieder mit Susanne zusammen 2 Strickmaschinenkurse anbieten, der erste findet am Samstag von 11:15 bis 13:15 statt:

http://wollfestival.wordpress.com/workshops/strickmaschine-knauel-dran-pulli-fertig/

in diesem Kurs soll die Strickmaschine ganz allgemein vorgestellt werden, für Leute, die vielleicht gar nicht wissen, was man da so erwarten kann, oder welche, die vielleicht eine Maschine auf Omas Dachboden entdeckt haben, und jetzt wissen wollen, was sie damit vielleicht noch anfangen können.

Der zweite Kurs findet am Sonntag von 13:30 bis 15:30 statt:

http://wollfestival.wordpress.com/workshops/kurs-nr-21-strickmaschine-muster-stricken-sonntag-1330-1530/

Hier sollen eher diejenigen angesprochen werden, die bereits erste Erfahrungen mit dem Maschinestricken gesammelt haben. Der Inhalt ist recht offen gehalten, bei Interesse führen wir Sockenstricken vor und wie man gestricktes mit einer italienischen Blende versehen kann, es soll aber auch genügend Raum für Fragen der Teilnehmenden bleiben, sei es für stricktechnische oder auch maschinentechnische Fragen, die wir natürlich gerne beantworten, sofern es in unserer Macht liegt.

Es würde mich freuen, wenn ich Euch dort begrüßen könnte.

Sonntag, 28. April 2013

Burda 04/2013 - Herrenmode

Da der werte Herr an meiner Seite auch mit ein wenig steampunkig angehauchter Kleidung ausgestattet werden sollte, kam mir die Burda 04/2013 gerade recht. Da fanden sich tatsächlich mal Herrenschnitte in langen Größen drin. Genau das, was ich gerade brauchte.

Als erstes habe ich mir das Hemd Nr. 138 geschnappt. Anhand der Größentabelle habe ich allerdings den Kragen etwas vergrößert um den Betrag, den die gemessene Halsweite von der Halsweite der Maßtabelle abwich. War aber leider ein Fehler. Der Kragen ist zu meinem Ungemach eher halsfern und leger konstruiert gewesen, daher ist er jetzt zu weit. Naja, kann man notfalls noch mit leben, besser als zu eng *würg*. (und wenn mir noch ein günstiger Batist über den Weg läuft, kann ich ja noch ein Hemd machen).
Als nächstes war ich dann an der Weste Nr. 136 dran. Da ich die so ein wenig langweilig fand, habe ich noch einen Schalkragen drankonstruiert. Nun sieht sie so richtig schön halbseiden und unsolide aus, genau wie ich das vor meinem inneren Auge hatte, immerhin war meine Inspiration direkt vom Pokertisch eines Saloons entsprungen. War gar nicht so einfach, einen entsprechenden Stoff zu finden ...

Hier also nun ein Bild davon:



Ich bin ganz zufrieden mit dem Ergebnis.  Und die Foto-Pose ist auch gut gelungen. *gg*
Nun eine andere Hose und Gamaschen dazu, noch eine Taschenuhr dran, dann ist das Kostüm auch gleich fertig.

einfache Filzpuschen auf dem Grobstricker, Gr. 42/43

Auf speziellen Wunsch eines einzelnen Herren habe ich noch mal ein Paar Filzpuschen gestrickt, das alte Paar war durch. Ebenfalls auf Wunsch dieses Herren sind die Puschen hinten offen.
Weil ich faul bin, habe ich mir gedacht, ich mache das mal auf dem Grobstricker. Für andere Faule schreibe ich hier mal kurz die Anleitung auf:

Die Puschen sind entstanden auf einer Brother KH260/KR260. Beim Garn handelt es sich um 150g Filzgarn von Aldi, Lauflänge 50m/50g, die Maschenweite war 10.




Häkelanschlag über 8 Maschen, man fängt von rechts aus zu stricken an, in der 3. 6. und 10 Reihe auf jeder Seite je 1 Masche zunehmen (14 M). Dann in jeder zweiten Reihe beidseitig 1 Masche zunehmen bis zur 20 R (man hat da dann 24 Maschen in Arbeit). Die nächsten Zunahmen in den Reihen 24, 28, 30, 32, 34 (bis hier insgesamt 34 Maschen). Dann werden in Reihe 36 und 38 beidseitig je 2 Maschen zugenommen.
Man hat dann nach 38 Reihen 42 Maschen auf der Maschine und strickt noch eine Reihe (Schlitten steht links). Dann wird zum Rundstricken umgehängt, die linken äußeren 10 Maschen und die rechten äußeren 11 Maschen werden auf das vorderen Nadelbett gehängt (für den zweiten Puschen später die linken 11 und die rechten 10 Maschen).

Wenn man das ohne sich die Finger zu brechen bewerkstelligt hat, dann strickt man die zweite Hälfte der Maschen am Doppelbett per Hand ab, damit man das Garn zum Weiterstricken in den Schlitten einfädeln kann, den man dafür auf die rechte Seite gebracht hat. Dann stellt man den Hauptschlitten so ein, dass die rechte Part Taste gedrückt ist und am Doppelbettschlitten schiebt man die linke Parttaste hoch.

So strickt man nun 29 Runden (->58 Reihen auf dem Reihenzähler). Dann beginnen die Abnahmen: Dazu in jeder Runde mit dem Zweierdecker auf beiden Seiten die äußeren Maschen an Haupt- und Doppelbett eine Position nach innen umhängen. Dies macht man solange, bis nur noch je 3 Maschen auf dem Hauptbett und auf dem Doppelbett sind. Dann zieht man das Garn durch die verbliebenen Maschen durch und vernäht es.
Dann häkelt man noch eine Reihe Kettmaschen und eine Reihe feste Maschen um den Einstieg und vernäht alle noch verbleibenden Fäden.

Anschliessend wandern die Puschen mit zwei Jeans oder ein paar Handtüchern oder einigen Tennisbällen bei  40°C im Buntwaschgang in die Maschine. Danach sollte man sie ordentlich in Form ziehen und trocknen lassen. Um zu vermeiden, dass man das alles in zwei Monaten schon wieder machen muss, empfiehlt es sich, die Sohle sorgfältig mit Latex zu bestreichen, am besten in 3 Schichten, wobei man die einzelnen Schichten jeweils 12 Stunden trocknen lassen sollte, bevor man eine weitere Schicht aufträgt.