Sonntag, 28. April 2013

Burda 04/2013 - Herrenmode

Da der werte Herr an meiner Seite auch mit ein wenig steampunkig angehauchter Kleidung ausgestattet werden sollte, kam mir die Burda 04/2013 gerade recht. Da fanden sich tatsächlich mal Herrenschnitte in langen Größen drin. Genau das, was ich gerade brauchte.

Als erstes habe ich mir das Hemd Nr. 138 geschnappt. Anhand der Größentabelle habe ich allerdings den Kragen etwas vergrößert um den Betrag, den die gemessene Halsweite von der Halsweite der Maßtabelle abwich. War aber leider ein Fehler. Der Kragen ist zu meinem Ungemach eher halsfern und leger konstruiert gewesen, daher ist er jetzt zu weit. Naja, kann man notfalls noch mit leben, besser als zu eng *würg*. (und wenn mir noch ein günstiger Batist über den Weg läuft, kann ich ja noch ein Hemd machen).
Als nächstes war ich dann an der Weste Nr. 136 dran. Da ich die so ein wenig langweilig fand, habe ich noch einen Schalkragen drankonstruiert. Nun sieht sie so richtig schön halbseiden und unsolide aus, genau wie ich das vor meinem inneren Auge hatte, immerhin war meine Inspiration direkt vom Pokertisch eines Saloons entsprungen. War gar nicht so einfach, einen entsprechenden Stoff zu finden ...

Hier also nun ein Bild davon:



Ich bin ganz zufrieden mit dem Ergebnis.  Und die Foto-Pose ist auch gut gelungen. *gg*
Nun eine andere Hose und Gamaschen dazu, noch eine Taschenuhr dran, dann ist das Kostüm auch gleich fertig.

einfache Filzpuschen auf dem Grobstricker, Gr. 42/43

Auf speziellen Wunsch eines einzelnen Herren habe ich noch mal ein Paar Filzpuschen gestrickt, das alte Paar war durch. Ebenfalls auf Wunsch dieses Herren sind die Puschen hinten offen.
Weil ich faul bin, habe ich mir gedacht, ich mache das mal auf dem Grobstricker. Für andere Faule schreibe ich hier mal kurz die Anleitung auf:

Die Puschen sind entstanden auf einer Brother KH260/KR260. Beim Garn handelt es sich um 150g Filzgarn von Aldi, Lauflänge 50m/50g, die Maschenweite war 10.




Häkelanschlag über 8 Maschen, man fängt von rechts aus zu stricken an, in der 3. 6. und 10 Reihe auf jeder Seite je 1 Masche zunehmen (14 M). Dann in jeder zweiten Reihe beidseitig 1 Masche zunehmen bis zur 20 R (man hat da dann 24 Maschen in Arbeit). Die nächsten Zunahmen in den Reihen 24, 28, 30, 32, 34 (bis hier insgesamt 34 Maschen). Dann werden in Reihe 36 und 38 beidseitig je 2 Maschen zugenommen.
Man hat dann nach 38 Reihen 42 Maschen auf der Maschine und strickt noch eine Reihe (Schlitten steht links). Dann wird zum Rundstricken umgehängt, die linken äußeren 10 Maschen und die rechten äußeren 11 Maschen werden auf das vorderen Nadelbett gehängt (für den zweiten Puschen später die linken 11 und die rechten 10 Maschen).

Wenn man das ohne sich die Finger zu brechen bewerkstelligt hat, dann strickt man die zweite Hälfte der Maschen am Doppelbett per Hand ab, damit man das Garn zum Weiterstricken in den Schlitten einfädeln kann, den man dafür auf die rechte Seite gebracht hat. Dann stellt man den Hauptschlitten so ein, dass die rechte Part Taste gedrückt ist und am Doppelbettschlitten schiebt man die linke Parttaste hoch.

So strickt man nun 29 Runden (->58 Reihen auf dem Reihenzähler). Dann beginnen die Abnahmen: Dazu in jeder Runde mit dem Zweierdecker auf beiden Seiten die äußeren Maschen an Haupt- und Doppelbett eine Position nach innen umhängen. Dies macht man solange, bis nur noch je 3 Maschen auf dem Hauptbett und auf dem Doppelbett sind. Dann zieht man das Garn durch die verbliebenen Maschen durch und vernäht es.
Dann häkelt man noch eine Reihe Kettmaschen und eine Reihe feste Maschen um den Einstieg und vernäht alle noch verbleibenden Fäden.

Anschliessend wandern die Puschen mit zwei Jeans oder ein paar Handtüchern oder einigen Tennisbällen bei  40°C im Buntwaschgang in die Maschine. Danach sollte man sie ordentlich in Form ziehen und trocknen lassen. Um zu vermeiden, dass man das alles in zwei Monaten schon wieder machen muss, empfiehlt es sich, die Sohle sorgfältig mit Latex zu bestreichen, am besten in 3 Schichten, wobei man die einzelnen Schichten jeweils 12 Stunden trocknen lassen sollte, bevor man eine weitere Schicht aufträgt.

Freitag, 29. März 2013

Mein Kleiderschrank ist voll - den nächsten bitte!

Nachdem mein Kleiderschrank jetzt tatsächlich ziemlich voll ist, und ich derzeit keinen Antrieb habe, etwas für mich zu machen, dachte ich mir, ich beglücke mal den besten aller Männer. Irgendjemand hatte nämlich überaus fahrlässig auf www.hobbyschneiderin24.net den Burda-Herrenhosenschnitt NR. 129-042010-DL erwähnt, der wie gemacht für den meinigen aussah. Und tatsächlich, er sagte ihm dann auch zu, mit minimalen Änderungswünschen. Die vorderen Taschen sollten bitte ganz normale Hüftpassentaschen und auch etwas tiefer werden. Und die seitlichen Beintaschen dafür ein wenig schmaler, wie nach eingehender Prüfung am Ikea-Bomull-Probemodell festgestellt wurde.

Es waren lustigerweise fast die gleichen Änderungen durchzuführen, als wenn ich einen Burda-Hosenschnitt für mich mache, aber wen wunderts, wir sind ja beide reichlich lang geraten. 2 Zentimeter in der Leibhöhe kamen dazu (das nächste mal doch vielleicht 2.5cm, mal sehen), und die Beine wurde 2 Zentimeter über dem Knie und 3 Zentimeter unter dem Knie verlängert. Ansonsten ist es der Hosenschnitt in Gr. 50 gewesen, den ich gemacht habe. Allfällige Änderungen an der Gesäßkurve wurden dann am lebenden Objekt abgesteckt. Man sollte aber auch schön aufpassen, dass man die Hose nicht an der Unterbüx festpinnt ... *gg*

Hier dann mal die Bilder:





Ich denke mal, damit kann man auf die Straße, wenn das Wetter jemals wieder weniger winterlich wird. Und auf jeden Fall hat es mir Spaß gemacht, mal für jemanden anderes etwas zu machen. Und das Abstecken ist ja auch gleich viel bequemer, wenn man sich nicht so verrenken muss. Auch wenn ich jedesmal gedacht habe, der arme Mann, jetzt muss ich ihn schon wieder mit 'ner Anprobe belatschern. Aber er hat es stoisch ertragen. Und scheint auch mit dem Endergebnis recht zufrieden. 

Hat jemand den Stoff erkannt? Der ist in der Tat noch von meinem Steampunk-Rock übriggeblieben! Da habe ich derart reichlich Stoff gekauft, es ist immer noch etwas davon da. Ich weiß nicht, was ich da an Mengen ausgerechnet hatte, das war aber wohl irgendwie schwer fehlgeleitet. Naja, lieber zu viel als zu wenig. Und wird ja auch nicht schlecht.

Der Hosenschnitt ist im Sommer auch bestimmt noch mal für eine 3/4-Hose gut, aus Popeline vielleicht. Das spart dann die alljährliche Jagd nach solchen Hosen, die lang genug sind, um nicht rausgewachsen auszusehen.



Dienstag, 19. März 2013

Hurra, ich lebe noch ...

Es gibt zwar keinen Grund, warum ich nicht mehr leben sollte, aber ich habe mich ja in den letzten Wochen derart rar gemacht ... Es war anderenorts soviel zu tun, dass mir einfach die Energie gefehlt hat, ein paar nette Handarbeiten zu erzeugen.

Aber jetzt! Ich habe tatsächlich etwas fertig gestrickt! (ich muss mir also ein neues Mitnahmeprojekt suchen)

Es handelt sich um das Tuch Kleio von Romi Hill:




Das Tuch ist relativ unspektakulär zu stricken, zumal der erste Teil einfach kraus rechts gestrickt wird. Eine Herausforderung sind die Flechtborten. Die erfordern gute Nerven, da in der Hinreihe die Garne in eine Richtung verdreht werden, in der Rückreihe dann in die andere Richtung entdreht. Wie das bei gut 600 Maschen abläuft kann man sich in seinen Albträumen ausmalen, zumal das Single-Garn bei jeder Verdrehung Drall verliert und nachher wirklich sehr fragil ist. Aber ich habe es ja dann doch geschafft. Eine weitere Geduldsprobe war die Randborte. Man muss nur 279 mal die Reihen 3-6 wiederholen, schon ist man fertig. *arghl*. Glücklicherweise hat man das Muster in kürzester Zeit für immer und ewig im Hirn gespeichert, dann geht das verhältnismäßig flott zu stricken. Aber es dauert natürlich immer noch diverse Stunden. 

Das fertige Tuch ist sehr lang und dafür recht schmal, aber man kann es sehr schön um den Hals oder um die Schultern drapieren. Und ich glaube, es wird hervorragend farblich zu dem Mantel aus der September-Burda 2010 passen. 

Das Garn ist übrigens Tosh Merino light von Madeline Tosh, es war das Geschenk einer lieben Strickfreundin, bei der ich mich hiermit nochmal herzlich bedanken möchte. Ich brauche ja immer eine ganze Weile, um bei derart erlesenen Garnen dann auch das wirklich passende Strickmuster zu finden. Aber das ist mir hier ganz gut gelungen, finde ich


Dienstag, 12. Februar 2013

Wahrhaft unaussprechlich!

Ich habe den "Brauchtumstag" gestern schnell noch dazu genutzt, den Unterbau für das Kostüm zu vervollständigen.

Hier sind sie nun, die Unaussprechlichen:


So niedlich!

Und von hinten so luftig ...



Sie ist also nicht ganz nur 2 Beine mit Bindfadenbefestigung, sondern vorne noch ein Stück verbunden. Man sollte aber schon im Gedenken an Sitte und Anstand noch mindestens einen Unterrock darüber tragen, den ich dann auch schnell noch gemacht habe. Und noch einen Bouffant (vulgo "Arschpolster"), der dem Rock noch eine extra-Portion Volumen verleihen kann wenn gewünscht. Geht ja flott von der Hand.


Sonntag, 20. Januar 2013

Der letzte Schliff für das Kostüm

So, nun ist auch noch die Jacke zum Kostüm fertig. Wie ich bereits erwähnte, handelt es sich dabei um die Jacke aus dem Schnitt Simplicity 7532 respektive 2172:




Der Stoff aus dem die Jacke ist, ist ein Super-100-Schurwolltuch mit 3 % Elasthan. Ein echtes Schnäppchen, da er nur noch ungefähr ein Fünftel des ursprünglichen Preises gekostet hat, zum Originalpreis hätte ich mich wohl nicht getraut, ihn für so etwas frivoles wie dieses Kostüm zu verwenden. Den Schnitt hatte ich auf gut Glück (da ich noch nicht so übermäßig viel Erfahrung mit anderen Schnitten von Simplicity hatte als  mit ein paar Shirts) nach meinen üblichen (Burda-) Standardänderungen an meinen Körperbau angepasst. Das waren in diesem Fall nur die Verlängerungen der Oberkörper- und Ärmellänge. Eine FBA war hier meiner Meinung nach unnötig, da die Brust ja ohnehin nicht von der Jacke bedeckt ist. Die Änderungen erwiesen sich glücklicherweise als genau richtig.

Bei der Verarbeitung bin ich ein bisschen anders vorgegangen als in der Anleitung, die Vorderteile und der obere Rücken habe ich mit Vlieseline H410 bebügelt. Das kam mir einfach stimmiger vor als die etwas fludderige Verarbeitung ohne was drunter. Ich habe die große Rüsche am Ausschnitt und an den Ärmeln weggelassen, stattdessen ist da jetzt ein kleines Rüschchen dran, das eigentlich ein Dessous-Gummi ist. Ich habe auch die Jacke nach einer anderen Methode gefüttert als in der Anleitung beschrieben, das Futter habe ich komplett mit Ärmeln genäht und die Jacke auch und dann miteinander verstürzt. Unten an der hinteren Kante habe ich die Wendeöffnung aber gelassen wie beschrieben. Aber ich habe die Ärmelsäume nicht miteinander verstürzt, sondern zusammen mit dem Futter mit Schrägband eingefasst, da ich die Rüschen weggelassen hatte, fand ich sie sonst zu kurz und durch die Schrägbandeinfassung ließen sich noch 1,5 cm gewinnen.
Und ich habe natürlich größere Mengen Stickgarn verbraten, um die Jacke zu verzieren. Wie ich bereits erwähnte, habe ich die Stickdateien bei Urbanthreads gekauft. Die sind sehr schön digitalisiert und lassen sich ohne böse Überraschungen sticken. 

Ich bin auf jeden Fall schwer begeistert von der Jacke. So feierlich angezogen habe ich mich lange nicht gefühlt. Und den Schnitt fand ich auch echt gelungen.

Mittwoch, 2. Januar 2013

neues aus der Welt der seltsamen Gewänder

Wie ist es doch schön, dass es an diesem Ort und um diese Jahreszeit durchaus gesellschaftlich akzeptabel ist, sich in seltsame Gewänder zu hüllen und seinem Spaß an der Verkleidung nachzugehen!
Der Spieltrieb hat mich noch im letzten Monat kurz vor Weihnachten dazu getrieben, ein wenig an meinem Steampunk-Outfit weiter zu werkeln. Diesmal war der Rock dran. Der Einfachheit halber habe ich ein fertiges Schnittmuster genommen, und zwar den Rock und den, wie soll ich es nennen, Überrock von Simplicity 7563/2207. 6m Stoff und etliche Meter Rüsche später ist dann das hier dabei herausgekommen:



Ich trage zu dem Rock die Bluse Burda 7136V.

Von vorne sieht das ganze dann so aus (mit Korsett Pin-up Girls 1407 dabei):



Die Röcke kann man auch raffen, falls man bei Ausübung obskurer dampfgetriebener wissenschaftlicher Tätigkeiten mal ein wenig mehr Bewegungsfreiheit braucht:



 Langsam gedeiht es. Ohne allzugroßen Aufwand sogar, wenn man es recht betrachtet, der Rock war relativ unaufwändig herzustellen, obwohl ich den Gummizug durch einen festen Bund ersetzt habe. Gummizug ist bei den Stoffmassen irgendwie suboptimal. Man möchte das Teil ja nicht aufgrung des Gewichts zwischendurch verlieren. Es fehlt noch das passende untendrunter. Ich schwanke noch zwischen einem Unterrock und Unaussprechlichen. Oder beides? Und es kommt noch eine Jacke dazu (Simplicity 7532/2172) . Die liegt schon zugeschnitten und mit Vlieseline versehen auf meinem Tisch und wartet darauf, zur Anprobe geheftet zu werden. Und dann bestickt. Urban Threads ist in dieser Hinsicht wohl unschlagbar, was so richtig schöne Stickdateien in dieser Richtung anbelangt.