Dienstag, 1. Oktober 2013

verschiedene Stricktechniken, verschiedene Maschenproben

Hier mal ein kurzes Beispiel, was für unterschiedliche Maschenproben unterschiedliche Stricktechniken ergeben können:



Von oben nach unten (Schachenmayr Extra Merino auf dem Feinstricker verarbeitet, trotz angegebener Maschenprobe von 22M/10 cm, mein Mittelstricker hat kein Doppelbett und ich will gerne was mit Patentmuster stricken und bin zu faul für Handstrick):

glatt rechts (Einbett MW 10.2) - 40 Maschen ergeben 15,5 cm (entspricht  ca. 26 M/10cm) und 60 Reihen ergeben 16 cm (entspricht ca. 38 Reihen auf 10 cm)

kraus rechts (Einbett MW 10.2) - 40 Maschen ergeben 17 cm (entspricht ca. 23M/10cm) und 60 Reihen ergeben 13 cm (entspricht ca. 46 Reihen auf 10 cm)

Vollpatent (Doppelbett MW 7/7)  - 40 Maschen ergeben 22,5 cm  (entspricht ca. 18 M/10cm) und 60 Reihen ergeben 9 cm (entspricht ca. 67 Reihen auf 10 cm)

Wenn man mehr Platz braucht, als man Nadeln an der Maschine hat, kann man auch über die Stricktechnik noch Platz gewinnen.

Dienstag, 24. September 2013

*Schnüff*

Ein lieber Kollege hat die Firma verlassen und wird uns wahrscheinlich sehr fehlen.

Zur Strafe habe ich ihm eine Sweat-Kapuzenjacke mit Logo und kleiner Ergänzung in Firmenfarben bestickt:



Und ich konnte nicht mal bei der Abschiedsfeier dabei sein. Ich hoffe, er hat sich nicht zu sehr vor dem Teil gegruselt und wird es wenigstens zu Hause mal anziehen. 

Sonntag, 22. September 2013

Eine Handtasche aus Wildlederimitat

Meinen freien Samstag habe ich dazu genutzt, eine Handtasche aus Wildlederimitat zu nähen. Die Idee habe ich mir ganz dreist bei Burdas Modell NR. 7478-DL abgeschaut. Ich habe allerdings nicht so eine riesen-Oschi-Tasche haben wollen, und den Griff wollte ich auch anders, also habe ich mir den Schnitt selber gemacht.



Das Wildlederimitat ist aus der Möbelstoff-Abteilung, also von etwas festerer Qualität. Für eine Tasche ist es jedoch ohne Verstärkung etwas zu labberig. Der Griff ist daher mit Decovil I verstärkt, der Taschenkörper hat noch eine Lage dünnes Volumenvlies als Zwischenschicht.

Ich bin ganz zufrieden mit dem Ergebnis, die Tasche ist groß genug für meinen Regenschirm, die Sonnenbrille und das Portemonnaie, und sie sieht ganz lässig und ein wenig knautschig aus, so wie ich mir das vorgestellt hatte.

Mittwoch, 18. September 2013

Herrenhose - ein kleines Experiment

Ich hatte hier ja schon mal eine Hose für meinen Liebsten gemacht:

http://frieda-freude-eierkuchen.blogspot.de/2013/05/der-kleiderschrank-ist-ja-immer-noch.html

Er fand sie ja auch nicht wirklich schlecht, nur ein wenig zu weit für seinen Geschmack.

Da ich hier:

http://frieda-freude-eierkuchen.blogspot.de/2013/03/mein-kleiderschrank-ist-voll-den.html

ja schon mal eine Cargo-Hose für ihn gemacht hatte, die ihm sehr gut gefiel, kam er auf die Idee, ob ich nicht nach diesem Schnitt eine Anzughose machen könnte. (Nein, die Taschen kommen da nicht drauf! Und die Biegung im Kniebereich kommt auch nicht mit!)

Ich bin ja immer zu Experimenten aufgelegt, daher habe ich einfach nochmal von dem grauen Gabardine nachgeordert und losgelegt. Ehrlich gesagt habe ich etwas gezweifelt, dass das wirklich was wird, aber zu meiner Überraschung sieht das ganze eigentlich sogar mehr als nur ganz passabel aus:



Monsieur hat dann gleich noch zwei Stück nachgeordert und ich bin die Sorge um die diesjährigen Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke schon mal los. Das war ja einfach ... *gg*


Montag, 16. September 2013

Ein Hütlein klein

Es ist erstaunlich, was man mit einer Stickmaschine (ohne "r") und ein wenig Garn zaubern kann:


Die "freestanding lace" - Stickdatei, auf der das Hütchen basiert, ist bei Urban Threads zu erhalten. Das ganze wird auf Ultra-Solvy oder einen anderen geeigneten wasserlöslichen Stickuntergrund gestickt, den man anschließend einfach auswaschen kann und die einzelnen Teile werden dann ebenso einfach von Hand zusammengenäht. Dann braucht man nur noch ein Hutband (in diesem Fall ein einfaches Köperband, weil es gerade zur Hand war), ein paar Federn aus dem Bastelbedarf und vielleicht noch ein paar Zahnräder als Dekor (in diesem Fall eine Brosche aus dem Karnevalsladen "Pierros" in Frechen). Um den Hut auch auf dem Kopf befestigen zu können näht man einfach von unten zwei kleine Haarspangen fest. Wenn gewünscht, kann man auch noch ein wenig Schleiertüll am Hut befestigen, da ich aber keinen geeigneten in Braun gefunden habe, habe ich mir das gespart.  

Dienstag, 10. September 2013

Wo die Paspeltaschen jetzt wohnen

Die Paspeltaschen vom letzten Posting zieren natürlich auch ein Kleidungsstück - und zwar den Neuaufguss der sensationell faltenarmen Hose Simplicity 4044. Wie dort in den Kommentaren ausführlich diskutiert hat sie jetzt also doch Paspeltaschen gekriegt.

Fällt gar nicht groß weiter auf, auf jeden Fall stört es nicht das Gesamtbild, finde ich:


Ja, da sind tatsächlich Taschen:



Und die Rückansicht ist auch in dieser Stoff-Variante fast von jeglichem Faltenwurf unbeleckt:



Die Hose durfte mich schon auf die Arbeit begleiten. Superbequem und trotzdem chic, wie ich finde. Die darf diesen Herbst bestimmt öfter mal mit mir vor die Tür. 

Sonntag, 8. September 2013

Paspeltaschen für Faule

Ich mache bei meinen Hosen recht gerne Paspeltaschen. Weil man da ziemlich genau arbeiten muss, damit die auch wirklich vernünftig aussehen, habe ich mir folgende Vorgehensweise überlegt, die das meiner Meinung nach ein wenig einfacher macht.

Der eigentliche Trick besteht darin, dass die Paspel-Partie insgesamt so breit ist, wie das Nähmaschinenfüßchen. Das ist in meinem Fall gut 15mm, das ist auch eine gute Breite für Paspeltaschen an Hosen.

Wenn der Paspelbereich 15 mm breit ist, dann bietet es sich an, die einzelnen Paspelstreifen selber auch so breit zu machen. Warum das praktisch ist, sieht man gleich.

Mein Vorgehen ist also so: Ich schneide die 4 einzelnen Paspelstreifen zu, erst mal nur jeweils mit der ungefähren Breite von 3-4 cm und mindestens 2 cm länger ,als der Tascheneingriff werden soll. Die werden dann schön gebügelt und gepresst, damit sie wirklich knackig gefaltet sind und dann exakt auf eine fertige Breite von 15mm zugeschnitten. Man bebügelt den Bereich, wo die Paspeltasche hin soll, von der Rückseite her mit Vlieseline und markiert dann die Mitte der Paspeltasche und das obere und untere Ende mit Heftgarn:


Nun legt man die beiden Paspelstreifen auf der rechten, äußeren Stoffseite auf, so dass die offenen Längsseiten genau auf der Mittelmarkierung aneinander stoßen, die Seite der Paspel, die nachher sichtbar sein soll, liegt also auf dem Stoff auf, die gefaltete Seite der Paspel zeigt nach außen von der Markierung weg:



Mit Heftfaden markiert man jetzt nur das obere und das untere Ende des Tascheneingriffs auch auf der Paspel. Als nächstes kann man jetzt schön sehen, worin die Zeitersparnis liegt:



Man kann exakt in der Mitte der Paspel nähen, weil das Füßchen exakt so breit ist wie die Paspel (das gilt natürlich nur, wenn die Nadelstellung der Maschine exakt in der Mitte des Füßchens liegt!). Wenn man so auf beiden Paspeln näht, werden die Paspeln wunderbar nach dem Aufschneiden und umklappen in der Mitte aneinander stoßen, ohne dass man den Nahtverlauf irgendwie noch extra markieren müsste, um dieses Ziel zu erreichen. Man spart also tatsächlich Zeit ein. Man näht jetzt also exakt von der oberen zur unteren Quermarkierung die Paspel entlang:


Wichtig ist hierbei, dass die Nähte wirklich beide genau gleich lang sind und in der Mitte der Paspel verlaufen! Anschliessend schneidet man die Öffnung auf, in der Mitte nicht ganz bis zum Ende des gewünschten Tascheneingriffs und dann schräg exakt bis zum jeweiligen Nahtende. Aufpassen, dass man nicht in die Naht selber reinsäbelt! Es bilden sich oben und unten zwei Dreiecke, man sieht sie hier auf der Rückseite:


Die Paspeln werden nach innen umgelegt und der gesamte Bereich wird schön eingebügelt (man lässt das am besten zur Fixierung unter einem Holzbrett abkühlen. Ein wenig Druck beim Abkühlen macht die Knicke schärfer, das sieht sauberer aus!):



Jetzt ist man fast fertig mit der Paspel, man braucht nur noch die beiden Dreiecke oben und unten auf der Rückseite auf den Paspelstreifen festzunähen:



Schwuppdiwupp (naja, so ziemlich ...) hat man also einen schöne Paspeltascheneingriff genäht. Die Taschenbeutel kann man jetzt einfach an den Nahtzugaben der Paspel befestigen und dann den Taschenbeutel schließen. 

Vielleicht probiert es mal einer aus und findet das Vorgehen auch hilfreich, ich würde mich über einen entsprechenden Kommentar jedenfalls freuen.