Dienstag, 23. August 2011

Herbsthose

Bei H&M habe ich im Katalog eine Hose gesehen, die ich ganz interessant fand. Allerdings nicht in meiner Größe und natürlich im Zweifelsfall schon gar nicht in meiner Länge ... Allerdings war ich nicht in der Lage, das auszuprobieren, in ganz Köln scheint dieses Modell derzeit in keinem einzigen Laden zu hängen. Nun, was soll's, das Foto auf der Webseite war aussagekräftig genug um sie schnell zu kopieren (bei Interesse: http://www.hm.com/de/product/93511?article=93511-B). Und das hier ist das Ergebnis:





Hier noch mal die Details (ich liebe Paspeltaschen!):



Der Bund ist wirklich mal was anderes, ich denke mal, mit einem schmal geschnittenen Shirt in der Hose kann man das ganz gut tragen. Der weiche Fall scheint diese Saison auch angesagt zu sein, also kann ich mich damit bestimmt vor die Tür wagen. Das Material ist ein Schurwollgemisch, ich glaube mit Viskose, ich habe vergessen, das Etikett des Stoffballens genauer zu mustern, aber die Brennprobe und das Waschverhalten des Stoffes ließen mich darauf schliessen.

Vielleicht mache ich noch eine Jacke dazu, ich bin aber noch nicht ganz sicher, ob und wie. Aber wenn, dann kann ich ja noch mal auf den Ballen schauen, wenn ich im Laden bin.

Ach ja, hat jemand den Schnitt erkannt? Er basiert wieder auf dem Burda-Schnitt 170-112009-DL. Sehr vielseitig einsetzbar, der Preis für den Download hat sich wirklich gelohnt.

Sonntag, 21. August 2011

Die 3 Leben von EziSew 104

Hier habe ich mal die 3 BH-Typen, die ich aus dem Schnitt EziSew 104 gemacht habe:


Das erste ist der etwas angepasste Originalschnitt, ein Zauberkreuz-BH. Als zweites kommt die Sport-BH-Variante, und das dritte ist die hübsche Spitzen-BH-Variante, die aus der Nahtlagenumstellung aus dem letzen Posting entstanden ist. In Sachen Passform ist davon die Zauberkreuz-Variante natürlich am vorteilhaftesten, wenn man den Sitz eines Bügel-BHs gewohnt ist. Die Büste wird ganz gut ausgeformt, das Zauberkreuz dient einem gewissen Maß an Trennung. Der Sport-BH hält die Massen ganz gut im Zaum, plättet aber auch ein wenig, was für den Einsatz-Zweck aber nicht unbedingt verkehrt ist. Die Spitzen-Variante ist jedoch eine ziemliche Hängematte. Eine Trennung findet bauartbedingt nicht statt und es muss alle naselang mal ein wenig zurechtgezuppelt werden, aus eben diesem Grunde, weil sich die guten Stücke in der Mitte sammeln ... Also nicht unbedingt für den großen Auftritt geeignet. Aber er ist sehr leger und bequem, wenn man zwanglos zu Hause rumlümmelt ist er sehr empfehlenswert. Und ganz hübsch aussehen tut er dabei allemal.

Montag, 8. August 2011

Nahtlage beim BH-Cup verändern

Ich experimentiere noch ein wenig mit dem bügellosen BH EziSew 104 herum. Er ist ja leider nicht gerade der hübscheste mit der wagerechten Cupnaht. Aber das kann man ja ganz leicht ändern ...

Als erstes brauch man das gut erprobte Schnittmuster und überträgt es auf Laminat:


 Passzeichen nicht vergessen!

Als nächstes muss man dort die Nahtzugaben entfernen,  wo die Cupteile aneinandergenäht werden. Das markiert man flott und einfach, indem man füsschenbreit absteppt (da die Nahtzugabe im Originalschnitt füsschenbreit ist)


Anschließend wird sie abgeschnitten und die Cupteile stumpf mit dem genähten Zickzack aneinander genäht. Das Mittelteil nicht vergessen. Das muss natürlich erst noch halbiert werden, damit man danach wirklich einen halben Cup hat:


Nun kann man freihändig die gewünschte neue Nahtlage einzeichnen, sie muss durch den Brustpunkt verlaufen:


Dann wird entlang der neuen Nahtlage durchgeschnitten. 


Wenn man schlau wäre, dann hätte man die Passzeichen schon vor dem Durchschneiden anzeichnen können, so habe ich es aber erst hinterher gemacht ...


Zum Schluss kopiert man die neuen Cupteile wieder auf Folie und zeichnet noch die Nahtzugabe an der Verbindungsnaht an, fertig ist der neue Cupschnitt:


Nähen werde ich das Ganze dann, wenn die gerade bestellte elastische Spitze hier eingetroffen ist.




Johannisbeeraufstrich mit Schwips

Hier ein flottes Rezept für einen beschwipsten Johannisbeeraufstrich:



1 KG Johannisbeeren verlesen und mit etwas Wasser ordentlich zerkochen. Den Pamps durch ein feines Sieb streichen. Das aufgefangene Mus mit gleichen Teilen Wasser und Weißwein auf 900 ml aufgießen. Das ganze dann mit Gelierzucker 2+1 aufkochen und in heiss sterilisierte Marmeladengefäße füllen.


Schmeckt!

Sonntag, 17. Juli 2011

Taschen-Alarm!

Man kann ja auch schöne Taschen nähen ...

Einer meiner absoluten Favoriten ist die Larue-Bag, die aus "Der Teufel trägt Prada" bekannt sein könnte:


Ich wollte aber auch mal eine Tasche machen, die nicht so beutelig ist, und auch vernünftig verschließbar. Bloß wie genau soll sie werden? Eine kurze Recherche war fällig. Es ist wirklich erstaunlich, wieviele Myriarden verschiedener Taschenformen es gibt. Nachdem ich eine gefühlte Ewigkeit auf dem Design rumgedacht habe, ist dann das dabei rausgekommen:


Damit man nicht so ewig wühlen muss, wenn man an schnell an seine Sachen will, habe ich hinten noch eine Reißverschlusstasche eingebaut:


Das Material ist ein Wildlederimitat aus der Möbelstoff-Ecke der Stofferia. Zum Verstärken habe ich Decovil I genommen, der Boden ist aus einem biegsamen Ikea-Schneidebrett. In den Henkeln steckt ein 8mm Seil aus dem Bootsbedarf. Der Verschluss ist eine Gürtelschnalle. Und in dem Quergurt stecken Bodentücher von Aldi.  Ich finde sie klasse, und hoffe, dass das jetzt nicht nur der Ikea-Effekt ist

Freitag, 15. Juli 2011

Auf Safari

Passend zu der einen Chino-Hose, die ich neulich gemacht hatte, wollte ich gerne noch ein passendes Oberteil haben. Da traf es sich ganz gut, dass ein Kollege, der nach Hamburg zu einem Kunden musste, mich fragte, ob er nicht etwas von der Wollfabrik mitbringen sollte. Hab ich nicht nette Kollegen? Ich hatte ihm dann auch einen Zettel fertig gemacht, was ich haben wollte. Leider ergab es sich, wie so oft, dass das, was ich wollte, nicht mehr vorrätig war. Mein Kollege rief mich daraufhin aus der Wollfabrik an, und ich versuchte ihm zu beschreiben, was ich gerne haben wollte. Die Fragezeichen konnte ich fast durchs Telefon sehen ... Ich habe es dann noch mal einer sehr netten Verkäuferin der Wollfabrik beschrieben. Die hat mich wenigstens verstanden. Und das Garn, das mich dann erreichte passt ganz wunderbar zu der Hose, was mich dafür, dass die Auswahl rein telefonisch erfolgte, echt begeistert hat. Es ist übrigens 50/50% Baumwolle/Seide. Und gemacht habe ich daraus ein Twinset.




 Es trägt sich sehr schön, schrägelt aber ein wenig, was nicht ungewöhnlich für gefachte Baumwollgarne ist. Es hält sich aber glücklicherweise in Grenzen. Der Schnitt des Tops ist noch einmal angelehnt an das "Captain-Picard"-Shirt. Diesmal sind die Schulterpartien aber jeweils separate Schnittteile. Das Strickmuster ist ein Feinlochmuster, das im Speicher der KH940 zu finden ist. Ich habe es gewählt, weil mich die Struktur an Baumrinde erinnert hat, was ganz gut zu dem angestrebten Safari-Look passte, wie ich finde.

Dienstag, 5. Juli 2011

Ein Sport-BH selbstgemacht

Ich bin ein bisschen hysterisch, was Sport und Bügel-BHs angeht. Nicht, daß ich mal kopfüber vom Rad fliege und mich mit den Bügeln aufspieße ... (Irgendwann habe ich mal einen Film gesehen, so jemand ein Loch im Brustkorb hatte und das ganz fies immer beim Atmen gepfiffen hat *wuha*). Deswegen habe ich mich mal dran gemacht und einen Sport-BH für mich genäht. Grundlage der ganzen Angelegenheit war der Schnitt Ezi Sew 104, der eigentlich für einen Zauberkreuz-BH ist. Den hatte ich mir in zwei Anläufen angepasst und dann den Schnitt nach meinen Vorstellungen umgewandelt:


rechts sieht man die angepassten Zauberkreuz-Schnitteile, links die vom Sport-BH. Kurz gesagt, ich habe einfach das Mittelstück an Ober und Untercup drangeschnitten, dann den Obercup zur Mitte hin stark erhöht und die Mittellinie etwas schräg gestellt, damit die Dekolleté-Kante nicht zu lang wird. Dann noch die untere Kante etwas tiefer gezogen damit das sehr breite Unterbrustband Platz findet und dann noch den Trägeransatz verbreitert.

Gearbeitet habe ich das ganze aus einem halbwegs festen Lycra, den ich aber komplett mit Powernet unterfüttert habe.


Als erstes werden die Cups so zusammengenäht, dass die  Nahtzugaben zwischen den Stofflagen liegen und die Cups auch von innen schön aussehen:


dann werden die Cups links auf links (!) zusammengenäht, die Nahtzugaben liegen also außen. 


dann kommen die Seitenteile dran, auch so, dass die Nahtzugaben innen liegen:


Die Nähte werden alle noch schön zurückgeschnitten und von außen abgesteppt, und schon sieht es fast wie ein BH aus.

 Ich habe innen noch etwas festen Tüll mit Zickzackstichen auf dem Mittelstückbereich befestigt, aber das ist wahrscheinlich nicht wirklich nötig. 


Dann werden die Gummis an der Armkante angebracht, in diesem Fall ist das Unterbrustband 12 mm breit mit 20 % Dehnung.


Jetzt ist es Zeit für die Träger. Ich habe Laminat mit dem Oberstoff bezogen und zweimal abgesteppt. Das ist immer noch leicht dehnbar und gut gepolstert. Und hat sich in der Zwischenzeit auch schon als sehr bequem erwiesen. 


Die Träger werden dann am BH befestigt.


Und dann kommt noch Trägergummi zum Einsatz. Und zwar in 2 Partien mit Zickzackstich am Dekolleté und über die eigentlichen Träger. Im Dekolletébereich wird es mit leichtem Zug angenäht, über den Trägern ganz ohne Zug.


Weil die Mittelnaht jetzt noch so schäbig aussieht, kommt dort auch Trägergummi drüber, hier auch ohne Zug:


Jetzt noch das Unterbrustgummi, hier 24 mm breit mit 20% Dehnung angenäht:


Noch die Träger hinten befestigen (Achtung, genau ausmessen, die sind ja nicht verstellbar und wenn die zu kurz sind, hat man verloren!). Und dann noch den Verschluss dran. Fertig.


Er ist schon erprobt und für gut befunden worden. Bauartbedingt macht er natürlich einen etwas platten Busen, aber das ist für den Anwendungszweck ja gar nicht mal verkehrt. 

Mal sehen, vielleicht mache ich irgendwann auch noch mal einen mit Ringerrücken.